Funktion und Messprinzip
Ein Winkelschrägmass, oft auch Schmiege genannt, übernimmt vorhandene Winkel und hält sie für das Anzeichnen oder Einstellen fest. Es besteht in der Regel aus einem Schenkel und einem verstellbaren Blatt, das auf den gewünschten Winkel eingestellt und fixiert wird. Im Unterschied zu reinen Winkelmessern steht nicht zwingend die numerische Anzeige im Vordergrund, sondern die genaue Übertragung des Winkels auf ein Werkstück.
Typische Anwendungen in der Holzverarbeitung
Verwendet wird das Werkzeug bei schrägen Zuschnitten, Anschlüssen an bestehende Bauteile und bei unregelmässigen Raumsituationen. Dazu zählen Dachanschlüsse, Treppenwangen, Leisten, Rahmen, Täferarbeiten und Innenausbauten mit nicht rechtwinkligen Übergängen. Auch bei Montagearbeiten vor Ort wird ein Winkel häufig zuerst am Bauteil abgenommen und danach auf Werkstück oder Maschine übertragen.
Ausführungen und praktische Merkmale
Gebräuchlich sind einfache mechanische Ausführungen ohne Skala sowie Modelle mit Gradskala oder zusätzlicher Ablesemöglichkeit. Für die praktische Arbeit sind eine spielfreie Führung, eine verlässliche Arretierung und klare Anlagekanten entscheidend. Je nach Einsatz kann die Bauform kompakt für Montage und Innenausbau oder grösser für breitflächige Bauteile ausgelegt sein.
Abgrenzung zu anderen Mess- und Prüfgeräten
Das Winkelschrägmass gehört zu den Messgeräten für geometrische Übertragung und nicht zu Prüfgeräten für Materialzustand oder Oberflächen. Es unterscheidet sich von Laserdistanzmessgeräten durch den Fokus auf Winkel statt Längen und von Holzfeuchtemessgeräten durch den rein geometrischen Einsatzzweck. Gegenüber Vermessungsinstrumenten ist es für die direkte Arbeit am Werkstück oder am eingebauten Bauteil ausgelegt, nicht für die Aufnahme grösserer räumlicher Verhältnisse.