Was unter Erzeugnisprüfgeräten zu verstehen ist
Erzeugnisprüfgeräte erfassen Eigenschaften von hergestellten Teilen, Baugruppen oder Endprodukten. Geprüft werden je nach Anwendung etwa Masshaltigkeit, Form, Passung, Funktionsabläufe, Verbindungsausführungen oder definierte Belastungs- und Gebrauchseigenschaften. Anders als bei allgemeinen Messgeräten steht nicht ein einzelner Messwert im Vordergrund, sondern die Beurteilung, ob ein Erzeugnis die vorgegebenen Anforderungen erfüllt.
Typische Prüfaufgaben in der Holzbranche
In holzverarbeitenden Betrieben kommen Erzeugnisprüfgeräte dort zum Einsatz, wo aus bearbeiteten Einzelteilen ein prüffähiges Produkt entsteht. Das betrifft beispielsweise Möbelteile, verleimte Baugruppen, Innenausbauelemente, Fenster- oder Türelemente sowie andere konfektionierte Holzprodukte. Die Prüfung erfolgt als Stichprobe, prozessbegleitend oder als Endkontrolle vor Verpackung, Auslieferung oder Montage.
Ausführungen nach Prüfziel und Einbindung in den Prozess
Die Bandbreite reicht von einfachen mobilen Prüfgeräten bis zu stationären Prüfplätzen und in Anlagen integrierten Prüfeinheiten. Je nach Prüfziel werden geometrische, mechanische, optische oder funktionale Merkmale erfasst. In der Praxis wird zudem zwischen zerstörungsfreien Prüfungen für die laufende Qualitätssicherung und Prüfverfahren unterschieden, bei denen ein Muster gezielt bis an Belastungsgrenzen geprüft wird.
Abgrenzung zu Werkstoff-, Oberflächen- und Werkstückprüfung
Innerhalb der Hierarchie der Messgeräte und Prüfgeräte beziehen sich Erzeugnisprüfgeräte auf das fertige oder nahezu fertige Produkt. Werkstoffprüfgeräte prüfen dagegen den Werkstoff selbst, etwa unabhängig von seiner späteren Verarbeitung zum Erzeugnis. Oberflächenprüfgeräte konzentrieren sich auf die Beschaffenheit der Oberfläche, während Werkstückmessgeräte und Werkstückprüfgeräte meist einzelne Bearbeitungsergebnisse oder Geometrien eines Werkstücks kontrollieren. Erzeugnisprüfgeräte fassen diese Perspektiven nicht einfach zusammen, sondern bewerten die Gebrauchstauglichkeit und Konformität des konkreten Produkts.