Was Holzfeuchtemessgeräte messen
Gemessen wird die im Holz enthaltene Feuchtigkeit als Materialkennwert. Da Holz hygroskopisch ist, verändert sich sein Feuchtegehalt in Abhängigkeit von Umgebung, Lagerung und Nutzung. Geräte arbeiten je nach Bauart mit Widerstandsmessung über eingebrachte Messspitzen oder mit feldbasierten Verfahren an der Oberfläche. Das Ergebnis ist nur im Zusammenhang mit Holzart, Materialdichte, Temperatur und Messtiefe fachlich richtig zu beurteilen.
Einsatz bei Lagerung, Verarbeitung und Schadensabklärung
Typische Anwendungen liegen im Holzbau, in der Schreinerei, bei Bodenbelägen sowie in der Kontrolle von gelagertem Material. Vor der Verarbeitung lässt sich prüfen, ob das Holz für Verleimung, Beschichtung oder Montage geeignet ist. Bei verbauten Elementen unterstützt die Messung die Abklärung von Feuchteeintrag, etwa nach Leckagen, Kondensat oder unzureichender Austrocknung. Auch bei Brennholz wird der Feuchtegehalt herangezogen, allerdings mit anderen Anforderungen als bei Bau- und Innenausbaumaterial.
Messverfahren und Gerätekonzepte
Verbreitet sind Einstechgeräte mit Elektroden und zerstörungsärmere Geräte für oberflächennahe Messungen. Einstechgeräte eignen sich für punktgenaue Werte im Messbereich zwischen den Spitzen, während flächig arbeitende Geräte schneller über Oberflächen geführt werden können. Einige Ausführungen erlauben Materialkorrekturen für verschiedene Holzarten oder kombinieren Feuchte- und Temperaturerfassung. Für Referenzzwecke wird in der Praxis teils mit gravimetrischen Verfahren verglichen, da handgeführte Geräte immer unter den jeweiligen Messbedingungen zu interpretieren sind.
Abgrenzung innerhalb der Mess- und Prüfgeräte
Holzfeuchtemessgeräte sind auf den Werkstoff Holz und dessen feuchteabhängiges Verhalten ausgerichtet. Im Unterschied zu Temperaturmessgeräten erfassen sie nicht die thermische, sondern die materialbezogene Feuchte. Gegenüber allgemeinen Werkstoffprüfgeräten sind sie enger spezialisiert und dienen nicht der Prüfung von Festigkeit, Härte oder Schichtaufbau. Von Laserdistanzmessgeräten, Vermessungsinstrumenten oder Oberflächenprüfgeräten unterscheiden sie sich dadurch, dass nicht Geometrie oder Oberflächenqualität, sondern der Feuchtezustand des Holzmaterials gemessen wird.