Verarbeitung und Haftprinzip von Schmelzklebern
Schmelzkleber liegen bei Raumtemperatur fest vor und werden für die Verarbeitung aufgeschmolzen. Nach dem Auftrag auf eine oder beide Fügestellen entsteht die Verbindung vor allem durch Benetzung der Oberfläche und anschliessendes Erstarren beim Abkühlen. Dadurch sind kurze Taktzeiten möglich. Für eine gleichmässige Klebung müssen Auftragstemperatur, offene Zeit, Pressung und die Temperatur des Werkstücks zueinander passen.
Typische Anwendungen in der Holzverarbeitung
Im Holzbereich werden Schmelzkleber vor allem in kontinuierlichen und maschinellen Prozessen eingesetzt. Dazu gehören das Anleimen von Kanten auf Spanplatten, MDF oder anderen Holzwerkstoffen, die Ummantelung von Profilen sowie das Kaschieren mit Folien, Papieren oder anderen dünnen Schichten. Die Systeme eignen sich besonders dort, wo dünne Klebstofffilme, schneller Festigkeitsaufbau und reproduzierbare Prozessbedingungen gefragt sind.
Systeme, Lieferformen und anwendungsspezifische Auswahl
Schmelzkleber werden je nach Anlage und Dosierung als Granulat, Kissen, Blöcke oder Sticks verarbeitet. In der Praxis kommen unterschiedliche Rohstoffsysteme zum Einsatz, etwa thermoplastische Hotmelts für Standardanwendungen oder PUR-Hotmelts für höhere Anforderungen an Wärme- und Feuchtebeständigkeit. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach Werkstoffoberfläche, Fugenbild, Maschinengeschwindigkeit, Temperaturbelastung und den Bedingungen im späteren Einsatz.
Abgrenzung zu anderen Klebstoffen und Leimen
Innerhalb der Kategorie Klebstoffe und Leime unterscheiden sich Schmelzkleber vor allem durch ihre thermische Verarbeitung. Dispersionsleime werden flüssig aufgetragen und binden über Wasserabgabe oder Aufnahme in den Werkstoff ab. Kontaktkleber benötigen in der Regel beidseitigen Auftrag mit Ablüftzeit, während Montagekleber eher für belastbare Verbindungen mit höherem Materialauftrag ausgelegt sind. Reaktive Einkomponentenklebstoffe härten chemisch aus; bei Schmelzklebern steht dagegen das Aufschmelzen und Erstarren im Vordergrund, auch wenn einzelne Hotmelt-Systeme zusätzliche Reaktionen zeigen können.