Materialform und Verarbeitungsprinzip
Klebfolien und Leimfilme sind vorgefertigte Klebstoffschichten in Folien- oder Filmform. Sie werden zwischen zwei Werkstoffe eingelegt oder auf eine Fläche aufgebracht und anschliessend unter definierten Prozessbedingungen verbunden. Im Unterschied zu flüssigen Klebstoffen erfolgt die Dosierung nicht über den Auftrag, sondern über die vorgegebene Schichtdicke des Materials. Das ist vor allem dort relevant, wo eine gleichmaessige Verteilung ueber die gesamte Flaeche gefordert ist.
Typische Anwendungen in der Holzverarbeitung
Eingesetzt werden Klebfolien und Leimfilme vor allem bei flächigen Verbundaufbauten. Dazu zählen beispielsweise das Kaschieren von Platten, das Verbinden von Deckschichten mit Trägermaterialien oder das Fügen dünner Materiallagen in Pressprozessen. Je nach Produkt eignen sie sich für Holz, Holzwerkstoffe, Furniere oder Kombinationen mit anderen Werkstoffen. Die trockene Materialform kann in Abläufen sinnvoll sein, in denen kein offener Leimauftrag in die Linie integriert werden soll.
Unterschiede bei Aufbau, Aktivierung und Lieferform
Innerhalb der Produktgruppe unterscheiden sich Klebfolien und Leimfilme unter anderem nach Dicke, Trägeraufbau, Zuschnitt und Aktivierungsart. Erhältlich sind Rollenware, Bogen oder vorkonfektionierte Formate für bestimmte Bauteilgeometrien. Je nach System wird die Klebeschicht durch Druck, Temperatur oder abgestimmte Prozessschritte wirksam. Für die Auswahl sind unter anderem die Oberflächenbeschaffenheit, das Pressverfahren und die geforderte Verbindung im Endprodukt massgebend.
Abgrenzung zu anderen Klebstoffsystemen
In der Hierarchie stehen Klebfolien und Leimfilme als eigene Untergruppe innerhalb von Klebstoffe und Leime. Sie unterscheiden sich von Dispersionsleimen, Kontaktklebern oder reaktiven Einkomponenten- und Zweikomponentenklebstoffen vor allem durch die feste, vorgeformte Schicht statt eines pastösen oder flüssigen Auftrags. Gegenüber Klebebändern und Selbstklebebändern geht es nicht um Befestigung, Abdeckung oder Montage, sondern um eine flächige, prozessgebundene Verklebung. Von Furnierklebepapieren grenzen sie sich durch den anderen Aufbau ab, da dort die Papierlage Teil des Produkts ist.