Was unter Klebstoffzusätzen verstanden wird
Klebstoffzusätze verändern definierte Eigenschaften eines vorhandenen Klebstoffs. Sie können die Verarbeitung erleichtern, die Reaktion steuern oder das Verhalten der ausgehärteten Klebfuge anpassen. Ob ein Zusatz separat dosiert, direkt eingemischt oder als zugehörige Komponente eines Systems verwendet wird, hängt vom jeweiligen Klebstofftyp und vom vorgesehenen Verfahren ab.
Einsatz in der Holzverarbeitung und im Innenausbau
Verwendet werden Klebstoffzusätze dort, wo Holz, Holzwerkstoffe oder beschichtete Platten unter unterschiedlichen Produktionsbedingungen verarbeitet werden. Typische Anwendungen sind Flächenverklebungen, Kantenbearbeitung, Furnierarbeiten, Montageverbindungen oder werkseitige Prozesse mit definierten Press- und Trocknungszeiten. Auch bei wechselnden klimatischen Bedingungen oder anspruchsvollen Oberflächen kann ein Zusatz nötig sein, um das Klebstoffsystem an die Aufgabe anzupassen.
Typische Zusatztypen und ihre Funktion
Je nach Klebstoffsystem kommen unterschiedliche Zusatzarten zum Einsatz. Dazu zählen etwa Härter oder Vernetzer für reaktive oder kondensierende Systeme, Verdicker und Füllstoffe zur Anpassung der Konsistenz sowie Beschleuniger oder Verzögerer zur Beeinflussung der Verarbeitungs- und Aushärtezeit. Ebenfalls möglich sind Additive zur Verbesserung der Benetzung, zur Reduktion von Schaumbildung oder zur Stabilisierung der Formulierung. Welche Funktion technisch sinnvoll ist, ergibt sich immer aus dem Grundklebstoff und dem vorgesehenen Einsatz.
Abgrenzung zu Klebstoffen und verwandten Produktgruppen
Klebstoffzusätze unterscheiden sich von fertigen Klebstoffen wie Dispersionsleimen, Kontaktklebern, Parkettklebstoffen oder Schmelzklebern, weil sie nicht allein die Klebeaufgabe übernehmen. Sie stehen auch neben Zweikomponentenklebstoffen: Dort bildet die zweite Komponente das eigentliche Klebstoffsystem, während ein Zusatz vor allem eine Eigenschaft anpasst. Von Klebebändern, Klebfolien und klebenden Verbindungsmitteln grenzen sie sich dadurch ab, dass kein vorgefertigter Klebeträger eingesetzt wird, sondern ein vorhandener Nass- oder Reaktivklebstoff modifiziert wird.