Stoffschluessige Verbindungen bei Holz und Holzwerkstoffen
Klebende Verbindungsmittel uebertragen Kraefte nicht ueber Schrauben, Naegel oder Klammern, sondern ueber eine Klebschicht zwischen zwei Fuegeteilen. Je nach Produkt entsteht die Verbindung durch Trocknung, Abkuehlung, chemische Reaktion oder durch eine Kombination dieser Mechanismen. In der Holzverarbeitung muessen dabei saugende, poroese und teils spannungsaktive Untergruende beruecksichtigt werden. Auch Fugenbild, Pressdruck, Auftragsmenge und offene Zeit beeinflussen das Ergebnis.
Einsatzbereiche in Verarbeitung, Ausbau und Verbundaufbauten
Verwendet werden klebende Verbindungsmittel unter anderem bei Flaechenverklebungen, Kantenverbindungen, Kaschierungen, Furnierarbeiten, Montageaufgaben und beim Fuegen von Holz mit anderen Werkstoffen. Typische Einsatzorte sind Schreinerei, Innenausbau, Bauelementefertigung, Moebelproduktion und die Verarbeitung von Plattenwerkstoffen. Je nach Anwendung stehen dauerhafte Verbindungen, elastische Ausgleichsfaehigkeit oder schnelle Weiterverarbeitung im Vordergrund. Auch Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und spaetere Oberflaechenbehandlung muessen bei der Auswahl mitgedacht werden.
Produktformen und Auswahl nach Anforderung
Innerhalb dieser Gruppe gibt es fluessige, pastoese, schmelzbare und filmfoermige Systeme. Die geeignete Form richtet sich danach, ob man flaechig, linienfoermig oder punktuell verbindet und ob der Auftrag manuell oder maschinell erfolgt. Technisch relevant sind unter anderem Haftung auf den vorhandenen Werkstoffen, Spaltfuellvermoegen, Anfangsfestigkeit, Endfestigkeit, Elastizitaet und Verarbeitungsfenster. Fuer Holz und Holzwerkstoffe ist ausserdem wichtig, wie das Produkt auf Materialfeuchte, Dichte und Oberflaechenzustand reagiert.
Einordnung innerhalb von Klebstoffen und Leimen
Klebende Verbindungsmittel ist ein uebergeordneter Begriff innerhalb der Gruppe Klebstoffe und Leime. Im Unterschied zu spezifischen Produktgruppen wie Parkettklebstoffen, Montageklebern oder Holzleimbau-PU-Klebstoffen beschreibt er nicht eine klar abgegrenzte Einzelanwendung, sondern die Funktion des stoffschluessigen Fuegens. Gegenueber Einkomponentenklebstoffen reaktiv oder Zweikomponentenklebstoffen steht hier nicht das Reaktionsprinzip im Vordergrund, sondern die allgemeine Produktkategorie. Von Klebebaendern, Selbstklebebaendern sowie Klebfolien und Leimfilmen grenzt sich die Bezeichnung ab, wenn traegerbasierte oder bereits vorkonfektionierte Loesungen separat gefuehrt werden.