Was Neigungssensoren messen
Neigungssensoren bestimmen den Winkel eines Objekts zur Horizontalen oder Vertikalen. Grundlage ist in der Regel die Auswertung der Schwerkraftrichtung, wodurch sich statische oder langsam veränderte Lagen erfassen lassen. Die Sensoren liefern je nach Ausführung entweder einen kontinuierlichen Messwert oder ein Schaltsignal beim Erreichen definierter Neigungsgrenzen. Für die Auswahl sind Messachsen, Auflösung, Wiederholgenauigkeit und Einbaulage relevant.
Typische Anwendungen in Intralogistik und Lagertechnik
In Förderanlagen und Handlingsystemen dienen Neigungssensoren zur Überwachung der Ausrichtung von Modulen, Plattformen oder Hebeeinrichtungen. Bei Flurförderzeugen, Hubsystemen oder fahrerlosen Transporteinheiten können sie Lageabweichungen, Schiefstellungen oder unzulässige Neigungszustände erfassen. Auch bei verstellbaren Arbeits- und Ladeeinrichtungen werden sie eingesetzt, wenn die aktuelle Position nicht nur relativ zu einem Gelenk, sondern zur tatsächlichen Lage im Raum bekannt sein muss.
Ausführungen nach Achsen, Signal und Betriebsverhalten
Verbreitet sind einachsige und zweiachsige Neigungssensoren. Einachsige Varianten erfassen die Neigung in einer definierten Ebene, zweiachsige Systeme in zwei Raumrichtungen. Je nach Anwendung werden analoge, digitale oder schaltende Ausgangssignale benötigt. Fachlich relevant ist zudem, ob die Messung vor allem für ruhende oder langsam bewegte Zustände ausgelegt ist oder ob der Sensor mit Vibrationen und dynamischen Einflüssen umgehen muss.
Abgrenzung zu Beschleunigungs- und Winkelsensoren
Innerhalb der Sensorik unterscheiden sich Neigungssensoren klar von Beschleunigungssensoren und Winkelsensoren. Beschleunigungssensoren erfassen lineare Beschleunigungen und reagieren entsprechend auch auf dynamische Bewegungen; Neigungssensoren sind auf die Lagebestimmung relativ zur Schwerkraft ausgelegt. Winkelsensoren messen dagegen meist die Drehstellung an einer Achse oder einem Gelenk gegenüber einem definierten mechanischen Bezug. Für die Intralogistik ist diese Abgrenzung relevant, weil je nach Aufgabe entweder die absolute Lage im Raum oder die relative Stellung eines beweglichen Teils benötigt wird.