Schutzgeländer an Dach- und Deckenkanten
Unter Schutzgeländern werden fest montierte oder konstruktiv integrierte Absturzsicherungen verstanden, die offene Kanten und Öffnungen absichern. Im Bereich Dächer und Decken betreffen sie unter anderem begehbare Dachflächen, Innenränder von Galerien sowie Aussparungen in Geschossdecken. In der Zimmerei ist dabei nicht nur das Geländer selbst relevant, sondern auch seine Einbindung in Holzbalkenlagen, Deckenelemente oder Randträger.
Typische Einsatzorte im Neubau
Schutzgeländer kommen überall dort zum Einsatz, wo Personen entlang einer offenen Kante geführt werden oder wo Wartung und Nutzung auf erhöhten Ebenen vorgesehen sind. Dazu gehören Dachterrassen, Flachdächer mit Begehung, Dachaufbauten mit Zugangsbereichen, Galerien, Lufträume und Treppenöffnungen in Decken. Auch bei mehrgeschossigen Holzbauten werden Schutzgeländer oft an Übergängen zwischen Tragwerk, Ausbau und späterer Nutzung mitgeplant.
Ausführungen und konstruktive Einbindung
Je nach Projekt werden Schutzgeländer in Holzbauweise, als Kombination aus Holz und Metall oder mit weiteren Füllungen ausgeführt. Die Befestigung kann aufgesetzt, seitlich angeschlossen oder in angrenzende Bauteile integriert sein, sofern der Aufbau dies zulässt. Bei Decken und Dächern ist besonders zu prüfen, wie Lasten in die tragenden Elemente eingeleitet werden und wie Anschlüsse an Abdichtungen, Bekleidungen oder Randabschlüsse gelöst werden.
Abgrenzung zu Dach- und Deckenkonstruktionen
Schutzgeländer sind keine tragenden Hauptbauteile wie Dachkonstruktionen, Deckenkonstruktionen oder Deckenbalken, sondern Sicherungselemente an deren Rändern und Öffnungen. Sie unterscheiden sich auch von Dachschalungsbahnen, Dampfbremsen oder Isolationsplatten, die bauphysikalische Funktionen im Schichtenaufbau übernehmen. Gegenüber Lichtkuppeln oder Deckenverkleidungen liegt der Fokus bei Schutzgeländern auf Absturzsicherung und Begrenzung, nicht auf Belichtung oder Oberflächengestaltung.