Tragwerk und Aufbau einer Dachkonstruktion
Eine Dachkonstruktion besteht aus den tragenden und aussteifenden Holzelementen eines Dachs. Dazu gehören je nach System unter anderem Sparren, Pfetten, Kehlbalken, Binder, Streben, Schwellen und Anschlüsse. Die Konstruktion wird so ausgelegt, dass Geometrie, Spannweiten, Lastabtragung und Aussteifung zum Gebäude und zur vorgesehenen Dachform passen. Auch Auflagerpunkte, Durchdringungen und Öffnungen wie Dachfenster oder Lukarnen müssen konstruktiv berücksichtigt werden.
Typische Einsatzbereiche im Neubau
Dachkonstruktionen kommen bei Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern, Gewerbebauten, landwirtschaftlichen Gebäuden und kleineren Hallenbauten zum Einsatz. Je nach Nutzung unterscheiden sich Anforderungen an Spannweite, stützenfreie Bereiche, Dachneigung und spätere Innenraumnutzung. Bei ausgebauten Dachgeschossen sind Raumhöhe und die Anordnung tragender Elemente besonders relevant. Bei grösseren Gebäuden stehen häufig wirtschaftliche Spannweiten und eine klare Lastabtragung im Vordergrund.
Konstruktive Formen und Ausprägungen
Im Holzbau werden unterschiedliche Dachtragwerke verwendet. Häufig sind Sparrendächer, Kehlbalkendächer, Pfettendächer und Binderkonstruktionen. Daneben kommen vorgefertigte Dachelemente oder kombinierte Systeme zum Einsatz, etwa wenn kurze Montagezeiten oder wiederkehrende Raster gefragt sind. Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem von Gebäudegrundriss, Spannweite, Dachform, Öffnungen und der gewünschten Nutzung des Dachraums ab.
Abgrenzung zu Dachschichten und Deckenkonstruktionen
Dachkonstruktionen sind vom eigentlichen Dachaufbau zu unterscheiden. Dachschalungsbahnen und Dampfbremsen gehören zu den Funktionsschichten des Dachs und nicht zum tragenden Holzsystem. Auch Isolationsplatten sind keine Dachkonstruktion, sondern Teil des Wärme- und Feuchteschutzes. Gegenüber Deckenkonstruktionen betreffen Dachkonstruktionen die geneigte oder obere Gebäudeabschlusskonstruktion, während Decken horizontale Tragebenen zwischen Geschossen bilden.