Konstruktiver Aufbau von Kassettendecken
Kennzeichnend ist die Gliederung der Decke in einzelne Felder mit wiederkehrender Geometrie. Diese Felder werden durch tragende oder vorgesetzte Holzbauteile gefasst und können offen sichtbar bleiben oder mit Platten, Täfern oder anderen Oberflächen geschlossen werden. Im konstruktiven Holzbau sind auch kastenförmige Aufbauten möglich, bei denen mehrere Schichten eine steife Deckeneinheit bilden. Die genaue Ausbildung hängt von Spannweite, Lastabtrag, Schall- und Brandschutz sowie von der gewünschten sichtbaren Untersicht ab.
Typische Anwendung in Neubauten
Kassettendecken werden in Neubauten eingesetzt, wenn die Decke nicht als durchgehende Fläche erscheinen soll. Sie eignen sich für Räume mit klarer Achsordnung, für sichtbare Holzkonstruktionen oder für Decken, in denen Installationen geordnet geführt werden müssen. Auch in Eingangsbereichen, Aufenthaltsräumen oder grösseren Raumfolgen kann die Feldstruktur die Decke lesbar machen. Im Wohnbau und im objektbezogenen Holzbau wird die Ausführung oft mit den Anforderungen an Raumakustik, Beleuchtung und Oberflächenbild abgestimmt.
Ausführungsformen und gestalterische Unterschiede
Kassettendecken können mit quadratischen, rechteckigen oder projektbezogen proportionierten Feldern geplant werden. Möglich sind flache Kassetten mit geringer Tiefe ebenso wie deutlich ausgeprägte Felder mit stark sichtbarer Rahmenwirkung. Die Untersicht kann vollständig aus Holz bestehen oder mit anderen Materialien kombiniert werden, etwa für akustisch wirksame Einlagen oder integrierte Leuchten. Auch der Grad der Vorfertigung variiert: von vor Ort zusammengefügten Balken- und Bekleidungslösungen bis zu vorgefertigten Elementen mit definierter Rasterstruktur.
Abgrenzung zu Holzdecken, Rippendecken und Deckenverkleidungen
Innerhalb der Leistung "Dächer und Decken" sind Kassettendecken eine spezifische Form der Deckenausbildung mit gegliederter Feldstruktur. Sie unterscheiden sich von einfachen Holzdecken durch die klar ablesbare Rasterung der Untersicht. Gegenüber Rippendecken steht nicht nur die lineare Rippe im Vordergrund, sondern das einzelne Feld zwischen den tragenden oder gestaltenden Rahmungen. Von Deckenverkleidungen grenzen sich Kassettendecken dadurch ab, dass die Kassettierung das prägende Merkmal der Konstruktion oder der sichtbaren Deckenebene ist und nicht bloss eine flächige Bekleidung.