Funktion an Gehäuse- und Schaltschrankdurchführungen
Eine Kabelverschraubung führt ein Kabel kontrolliert durch eine Gehäusewand und hält es dort sicher in Position. Am Übergang zwischen Leitung und Gehäuse reduziert sie Zug- und Biegebeanspruchung und schützt die Einführung vor Verschmutzung oder Feuchtigkeit, soweit die Ausführung dafür vorgesehen ist. In elektrischen Baugruppen von Förderanlagen trägt sie dazu bei, dass Verdrahtung und Anschlüsse auch bei Vibrationen und laufendem Betrieb stabil bleiben.
Einsatzorte in Förderanlagen und Lagertechnik
Typische Einbauorte sind Motorklemmenkästen, Sensorgehäuse, Anschlussdosen, Schaltschränke, Bediengehäuse und dezentrale I/O-Module entlang von Förderstrecken. In Rollenbahnen, Gurtförderern, Kettenförderern oder Hebe- und Übergabeeinheiten entstehen viele Kabelübergänge zwischen bewegten und festen Baugruppen. Kabelverschraubungen werden dort eingesetzt, wo Leitungen geordnet eingeführt, gegen unbeabsichtigtes Herausziehen gesichert und an die jeweilige Einbausituation angepasst werden müssen.
Ausführungen nach Material, Dichtung und Einbausituation
Kabelverschraubungen sind unter anderem in Kunststoff- und Metallausführungen erhältlich. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Gewindearten, Klembereiche, Dichteinsätze und Bauformen zum Einsatz, etwa gerade oder gewinkelte Varianten. Für abgeschirmte Leitungen gibt es Ausführungen mit EMV-Bezug, für besondere Einbausituationen auch Mehrfacheinführungen oder Lösungen mit erhöhter Beständigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung. Die Auswahl richtet sich nach Kabeldurchmesser, Mantelaufbau, Gehäusematerial und Umgebungsbedingungen.
Abgrenzung innerhalb des Zubehörs für Fördersysteme
Innerhalb des Zubehörs gehören Kabelverschraubungen zur elektrischen und mechanischen Leitungsführung an Gehäusen. Sie unterscheiden sich von Dichtungen, Federn und Gummiformteilen, die primär abdichten, lagern oder elastisch entkoppeln, sowie von Rohren und Rohrweichen, die Medien oder Schüttgut führen. Im Gegensatz zu Antriebsriemen, Ketten, Getrieben oder Bremsen übertragen Kabelverschraubungen keine Kräfte im Förderprozess, sondern sichern die Schnittstelle zwischen Kabel und elektrischer Baugruppe.