Funktion von Getrieben in Fördersystemen
Ein Getriebe verändert die vom Motor bereitgestellte Bewegung so, dass sie zur Förderaufgabe passt. Typisch sind die Reduktion der Drehzahl, die Erhöhung des Drehmoments oder die Umlenkung der Kraft auf eine andere Achsrichtung. Getriebe selbst erzeugen keine Antriebsenergie, sondern übertragen und formen sie. In Förderanlagen betrifft das unter anderem Bandantriebe, Rollenbahnen, Kettenförderer oder Hubbewegungen.
Typische Einsatzbereiche in Intralogistik und Lagertechnik
Getriebe werden in Anlagen eingesetzt, in denen Fördergut mit definierten Geschwindigkeiten und wiederholbaren Bewegungsabläufen transportiert wird. Dazu gehören kontinuierlich laufende Strecken ebenso wie getaktete Systeme mit Start-Stopp-Betrieb, Positionierung oder Lastwechseln. Auch bei vertikalen Förderaufgaben, Weichen, Dreheinheiten oder Austragssystemen ist die Anpassung von Drehmoment und Drehzahl häufig notwendig. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Last, Laufzeit, Umgebungsbedingungen und verfügbarer Einbaufläche.
Bauarten und technische Ausprägungen
Zu den verbreiteten Bauarten gehören Stirnradgetriebe, Kegelradgetriebe, Schneckengetriebe und Planetengetriebe. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Bauform, der möglichen Übersetzung, der Achsanordnung und dem Verhalten unter Last. Für die Auswahl sind neben Drehmoment und Drehzahl auch Einbaulage, Anschlussart, Wartungskonzept und die Abstimmung mit dem Antrieb relevant. In Förderanlagen werden Getriebe sowohl als einzelne Komponente als auch in Kombination mit Motoren verwendet.
Abgrenzung zu Motoren, Zahnrädern und Spezialgetrieben
Innerhalb des Zubehörs für Förderanlagen sind Getriebe von Motoren zu unterscheiden: Der Motor liefert die Antriebsleistung, das Getriebe passt sie an. Zahnräder sind einzelne Maschinenelemente und können Teil eines Getriebes sein, ersetzen aber kein vollständiges Getriebe. Gegenüber Kupplungen übernehmen Getriebe nicht nur die Verbindung von Wellen, sondern eine gezielte Veränderung der Bewegung. Von Spezialgetrieben grenzt sich diese Leistung dadurch ab, dass hier allgemeine Getriebelösungen für typische Förder- und Logistikanwendungen gemeint sind und keine ausdrücklich anwendungsspezifischen Sonderkonstruktionen.