Aufbau und Funktion von Filterschläuchen
Ein Filterschlauch besteht aus einem textilen, nadelgefilzten, gewebten oder ähnlich aufgebauten Filtermedium in schlauchförmiger Ausführung. Das Medium hält Partikel an der Oberfläche oder innerhalb seiner Struktur zurück, während die Flüssigkeit oder das Gas den Schlauch durchströmt. Je nach Anlagenauslegung arbeitet der Filterschlauch als einzelnes Verschleissteil oder in Kombination mit Tragekörben, Stützelementen oder Gehäusen. Massgebend sind dabei die gewünschte Abscheideleistung, der Druckverlust und die Beständigkeit gegenüber Produkt, Reinigungsmedien und Prozesstemperaturen.
Einsatz in Getränkeanlagen und lebensmittelnahen Prozessen
Filterschläuche kommen dort zum Einsatz, wo partikuläre Bestandteile aus Prozessströmen entfernt oder Produktströme vor nachgelagerten Aggregaten geschützt werden sollen. Typische Anwendungen liegen in der Filtration von Hilfs- und Betriebsmedien, in der Aufbereitung von Prozessflüssigkeiten oder in Nebenprozessen mit Luft und Gas. In der Getränkeherstellung kann der Einsatz sinnvoll sein, wenn robuste, austauschbare Filtermedien für definierte Lastfälle benötigt werden. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Produktkontakt, Reinigungsverfahren und dem geforderten hygienischen Niveau ab.
Materialien, Konfektion und betriebliche Auslegung
Filterschläuche unterscheiden sich unter anderem nach Material, Länge, Durchmesser, Nahtausführung und Oberflächenbeschaffenheit. Je nach Prozessanforderung kommen unterschiedliche textile oder synthetische Werkstoffe in Frage, sofern sie medienbeständig und für den vorgesehenen Einsatz geeignet sind. Auch die Frage, ob ein Schlauch mehrfach gereinigt oder als Wechselmedium verwendet wird, beeinflusst die Ausführung. In hygienisch sensiblen Anwendungen sind zudem eine saubere Konfektion, geringe Toträume und eine nachvollziehbare Materialeignung relevant.
Abgrenzung zu Filtertüchern, Beutelfiltern und Membranfiltern
Filterschläuche sind Filtermedien in schlauchförmiger Form und damit nicht mit jeder anderen Filterbauart gleichzusetzen. Im Unterschied zu Filtertüchern, die als flächige Medien in Pressen oder vergleichbaren Systemen eingesetzt werden, sind Filterschläuche für schlauchförmige Einbausituationen ausgelegt. Von Beutelfiltern unterscheiden sie sich dadurch, dass der Beutelfilter meist das gesamte Filtersystem oder die Filtereinheit bezeichnet, während der Filterschlauch das eigentliche Medium sein kann. Gegenüber Membranfiltern oder Sterilfiltern liegt der Schwerpunkt in der Regel nicht auf hochfeiner Trennleistung, sondern auf einer prozessgerechten, robusten Partikelabscheidung innerhalb der jeweiligen Anlage.