Aufbau und Funktionsprinzip von Schuppenbandförderern
Das Förderorgan eines Schuppenbandförderers besteht aus einzelnen, schuppenartig angeordneten Elementen, die sich beim Umlauf überlappen. Dadurch entsteht eine belastbare Förderfläche mit definierten Bewegungsfugen. Die überlappende Anordnung reduziert offene Zwischenräume und kann das Fördergut über Teilungen, Übergänge und Richtungswechsel gleichmässiger tragen als offene Bandkonstruktionen. Je nach Ausführung werden Material, Teilung, Oberflächenstruktur und Seitenführung auf das Fördergut und die geforderte Streckenführung abgestimmt.
Typische Einsatzsituationen in Lager- und Förderstrecken
Schuppenbandförderer kommen dort zum Einsatz, wo Fördergut nicht auf einem textilen Gurt laufen soll oder wo eine robustere Förderfläche benötigt wird. Das betrifft unter anderem innerbetriebliche Materialflüsse mit Kisten, Gebinden, Werkstückträgern oder verpackten Gütern. Auch bei geneigten Strecken, bei Übergaben zwischen Anlagenteilen oder in Bereichen mit erhöhter mechanischer Beanspruchung kann diese Bauart sinnvoll sein. Ob ein Schuppenbandförderer geeignet ist, hängt von Geometrie, Gewicht, Unterseite und Standsicherheit des Förderguts ab.
Ausführungen nach Fördergut, Steigung und Umgebungsbedingungen
Schuppenbandförderer werden in verschiedenen Ausprägungen ausgeführt, etwa mit unterschiedlichen Werkstoffen, Mitnehmern, Seitenführungen oder Oberflächen. Für Steigförderungen können Elemente mit erhöhter Haftung oder zusätzlichen Formteilen verwendet werden, um ein Zurückrutschen zu begrenzen. In schmutzbelasteten oder feuchten Umgebungen sind Reinigung, Entwässerung und Zugänglichkeit der Anlage bei der Auslegung relevant. Ebenso unterscheiden sich Anlagen hinsichtlich Taktbetrieb, kontinuierlichem Lauf, Fördergeschwindigkeit und Einbindung in Übergabe- oder Pufferzonen.
Abgrenzung zu anderen Bandförderern
Innerhalb der Bandförderer unterscheidet sich der Schuppenbandförderer vor allem durch seine überlappende Förderfläche. Gegenüber Gurtenbandförderern ist die Oberfläche weniger flexibel, dafür in vielen Anwendungen formstabiler und unempfindlicher gegenüber punktueller Belastung. Im Unterschied zu Drahtgurtenförderern und Gitterbandförderern ist die Auflagefläche geschlossener, was bei kleinen oder kippanfälligen Fördergütern vorteilhaft sein kann. Von Plattenbandförderern, Gliederbandförderern oder Scharnierbandförderern grenzt er sich über die konkrete Ausführung der verbundenen Elemente und deren Überlappung ab; welche Bauart passt, richtet sich nach Fördergut, Reinigung, Beanspruchung und Streckenlayout.