Funktionsprinzip mit dynamischem Materialabwurf
Im Unterschied zu Bandförderern mit unmittelbarer Übergabe an der Bandkante nutzen Schleuderbandförderer die Geschwindigkeit des Bandes für einen gezielten Auswurf. Das Fördergut verlässt das Band am Endpunkt mit Bewegungsenergie und gelangt über eine freie Strecke in den vorgesehenen Aufnahme-, Verlade- oder Aufschüttbereich. Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Materialverhalten, gewünschter Wurfweite und der nachgelagerten Prozesssituation.
Typische Einsatzfelder bei Schüttgut und Materialverteilung
Schleuderbandförderer werden dort eingesetzt, wo Material nicht punktgenau abgelegt, sondern über einen Bereich verteilt oder aufgeschüttet werden soll. Typische Anwendungen sind das Beschicken von Halden, Bunkern oder Übergabestellen sowie Verladeprozesse mit wechselnder Abwurfposition. Sie kommen vor allem bei rieselfähigen Gütern zum Einsatz, bei denen ein freier Materialflug prozessbedingt erwünscht oder akzeptabel ist.
Ausführungen nach Einbausituation und Förderaufgabe
Die Systeme werden je nach Aufgabe als stationäre oder mobile Förderer ausgeführt. Unterschiede ergeben sich unter anderem aus Bandlänge, Bandgeschwindigkeit, Aufbauhöhe, Neigung und der Einbindung in eine bestehende Förderlinie. In grösseren Anlagen werden Schleuderbandförderer oft als spezielles Abwurfglied eingesetzt, während in einfacheren Anwendungen ein einzelner Förderer die gesamte Übergabe übernimmt.
Abgrenzung zu anderen Bandförderern
Innerhalb der Bandförderer sind Schleuderbandförderer auf den dynamischen Abwurf ausgelegt, nicht auf den rein kontrollierten Transport bis zur direkten Übergabe. Gurtenbandförderer oder Kurvengurtförderer dienen in der Regel der kontinuierlichen Streckenförderung entlang einer definierten Linie. Teleskopförderer vergrössern die physische Reichweite des Förderers, während Schleuderbandförderer mit freier Wurfweite arbeiten. Gegenüber Gliederband-, Platten- oder Scharnierbandförderern stehen bei Schleuderbandförderern weniger der robuste Tragaufbau für schwere Stückgüter als vielmehr das Abwurfverhalten des Förderguts im Vordergrund.