Funktionsprinzip und konstruktiver Aufbau
Bei einem Scharnierbandförderer besteht das Fördermedium aus einzelnen, über Scharniere verbundenen Elementen, die als endlose Bahn umlaufen. Die Förderfläche ist dadurch formstabiler als bei klassischen Gurtenbandförderern und kann auch unter mechanisch anspruchsvollen Bedingungen eingesetzt werden. Je nach Ausführung sind Seitenwände, Mitnehmer, Wannenformen oder geschlossene Übergänge integriert, damit das Fördergut geführt bleibt und nicht seitlich austritt. Antrieb, Umlenkung und Bandführung werden so ausgelegt, dass die gelenkige Bandkonstruktion gleichmässig läuft und sich auch bei belastendem Materialtransport kontrolliert bewegen lässt.
Typische Einsatzbereiche in Produktion und Intralogistik
Scharnierbandförderer werden oft zur Abfuhr von Stanzteilen, Metallabschnitten, Dreh- und Frässpänen, Gussteilen oder anderen robusten Fördergütern verwendet. Ebenso kommen sie in Materialflüssen vor, in denen Werkstücke direkt aus Maschinen, Pressen oder Bearbeitungszellen übernommen werden. In der innerbetrieblichen Logistik eignen sie sich für Zuführ-, Sammel- und Austragsstrecken, wenn die Fördergüter eine widerstandsfähige und belastbare Förderfläche erfordern. Auch bei öligen, verschmutzten oder abrasiven Materialien sind sie verbreitet, sofern die Anlage dafür ausgelegt ist.
Ausführungen, Materialien und anlagenspezifische Merkmale
Scharnierbandförderer unterscheiden sich vor allem in Material, Bandgeometrie und Detaillösungen für das jeweilige Fördergut. Üblich sind metallische Ausführungen für hohe mechanische Beanspruchung; je nach Anwendung kommen auch andere Werkstoffe oder Beschichtungen in Frage. Relevante Merkmale sind unter anderem Bandbreite, Teilung der Scharniere, Bauhöhe, Neigung, Seitenbegrenzungen, Mitnehmer sowie die Gestaltung von Ein- und Ausläufen. Bei der Auslegung werden zudem Anforderungen an Reinigung, Wartungszugang, Austrag von Kleinteilen und das Verhalten bei Spänen oder anhaftenden Reststoffen berücksichtigt.
Abgrenzung innerhalb der Bandförderer
Innerhalb der Bandförderer stehen Scharnierbandförderer für eine gelenkige, segmentierte Förderfläche mit hoher mechanischer Robustheit. Von Gurtenbandförderern unterscheiden sie sich durch den Verzicht auf einen durchgehenden flexiblen Gurt; das ist vor allem bei scharfkantigen oder schweren Fördergütern relevant. Gegenüber Drahtgurtenförderern oder Gitterbandförderern ist die Förderfläche in der Regel geschlossener und weniger durchlässig. Die Abgrenzung zu Gliederbandförderern, Plattenbandförderern oder anderen segmentierten Systemen ist je nach Hersteller nicht immer eindeutig, da Begriffe teilweise unterschiedlich verwendet werden; bei Scharnierbandförderern steht jedoch die bandartige, über Scharniere verbundene Umlaufkonstruktion im Vordergrund.