Was unter Brandschutzfarben zu verstehen ist
Brandschutzfarben sind Farben oder farbähnliche Beschichtungssysteme mit brandschutztechnischer Funktion. Je nach Produkt können sie die Entflammbarkeit einer Oberfläche reduzieren, die Brandausbreitung begrenzen oder bei Hitze eine schützende Schicht bilden. Massgebend ist nicht nur das einzelne Material, sondern der geprüfte Aufbau mit Untergrund, Schichtdicke und gegebenenfalls Grundierung oder Deckbeschichtung.
Typische Anwendungen im Holzbau und Innenausbau
Im Holzbau kommen Brandschutzfarben bei sichtbaren Holzoberflächen, Holzwerkstoffplatten, Bekleidungen oder Ausbauflächen in Betracht, sofern das jeweilige System dafür zugelassen oder geprüft ist. Relevant sind sie vor allem in Innenräumen, bei Wand- und Deckenflächen, Verkleidungen oder einzelnen Bauteilen mit gestalterischem Anspruch. Ob eine Anwendung zulässig ist, richtet sich nach den Anforderungen des konkreten Bauteils und den Nachweisen des Produkts.
Produktarten und Systemaufbauten
Brandschutzfarben gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen, etwa als deckende Beschichtungen oder als aufschäumende Systeme für definierte Anwendungen. Manche Produkte sind Teil eines mehrschichtigen Aufbaus mit Grundierung und Schlussbeschichtung, andere werden als einzelnes System verarbeitet. Die Auswahl richtet sich nach Untergrund, geforderter Klassifizierung, Oberflächenbild und den Bedingungen im Innen- oder Aussenbereich.
Abgrenzung zu Brandschutzanstrich und anderen Brandschutzprodukten
Innerhalb der Kategorie Brandschutz bezeichnet Brandschutzfarbe in erster Linie das Beschichtungsprodukt selbst. Der Begriff Brandschutzanstrich meint häufiger die ausgeführte Beschichtung auf dem Bauteil, also die Anwendung des Systems. Von einer Brandschutzimprägnierung unterscheiden sich Brandschutzfarben dadurch, dass sie primär als Oberflächenbeschichtung wirken und nicht in derselben Weise in das Material eingebracht werden. Gegenüber Brandschutzplatten, Dichtungen oder Spritzputz handelt es sich nicht um separate Abschottungs- oder Bekleidungselemente, sondern um einen beschichtenden Aufbau auf der vorhandenen Oberfläche.