Funktion von Brandschutzdichtungen in Bauteilen
Brandschutzdichtungen dienen der Abschottung von Öffnungen und Fugen innerhalb eines Brandschutzkonzepts. Sie begrenzen im Brandfall die Weiterleitung von Flammen, Rauch und Hitze über konstruktive Schwachstellen wie Anschlussfugen oder Durchdringungen. Je nach System können sie dauerhaft elastisch, komprimiert eingebaut oder unter Hitzeeinwirkung aufschäumend ausgeführt sein. Entscheidend ist, dass Dichtung, Untergrund und angrenzendes Bauteil zueinander passen und als geeignete Kombination verwendet werden.
Typische Einbausituationen im Holzbau
Im Holzbau kommen Brandschutzdichtungen dort zum Einsatz, wo brandschutzrelevante Bauteile nicht vollflächig und fugenlos ausgebildet sind. Dazu gehören Anschlüsse von Wand- und Deckenelementen, Fugen an Bekleidungen, Übergänge zu Rahmen sowie Abschlüsse bei Installationsdurchführungen. Auch bei vorgefertigten Elementen sind sie relevant, weil Montagefugen und Toleranzen brandschutztechnisch geschlossen werden müssen. Die Ausführung richtet sich nach Fugenbreite, Bauteilbewegung, Feuchtebeanspruchung und den Anforderungen an den Rauchabschluss.
Ausführungen und Auswahlkriterien
Brandschutzdichtungen sind in unterschiedlichen Material- und Profilformen erhältlich, etwa als Bänder, Profile, Einlagen oder vorgeformte Dichtelemente. Einige Systeme dienen primär dem Verschluss einer Fuge, andere erweitern ihre Wirkung erst bei hohen Temperaturen durch Aufschäumen oder Volumenzunahme. Für die Auswahl sind die Geometrie der Fuge, die Beschaffenheit des Untergrunds, die Einbaulage und die geforderte Systemprüfung massgebend. Im Holzbereich ist zusätzlich zu prüfen, wie sich die Dichtung mit Bekleidungen, Holzwerkstoffen und angrenzenden Befestigungen verhält.
Abgrenzung zu Dichtungsmassen, Silikonen und Bändern
Brandschutzdichtungen sind von Brandschutzdichtungsmassen und Brandschutzsilikonen zu unterscheiden. Dichtungsmassen und Silikone werden pastös eingebracht und härten oder vernetzen in der Fuge, während Brandschutzdichtungen meist als fertige Formteile, Profile oder komprimierte Elemente eingesetzt werden. Brandschutzbänder können Teil einer Dichtungslösung sein, sind aber nicht mit jeder Brandschutzdichtung gleichzusetzen, weil Bandmaterial, Einbauart und Funktion unterschiedlich sein können. Innerhalb der übergeordneten Leistung Brandschutz betrifft die Seite damit den fugen- und anschlussbezogenen Abschluss, nicht flächige Beschichtungen wie Brandschutzanstrich oder konstruktive Bauteile wie Brandschutzplatten und Brandschutzelemente.