Wie Postformingteile konstruiert sind
Ein Postformingteil besteht in der Regel aus einer Trägerplatte und einer dekorativen oder widerstandsfähigen Oberfläche, die nicht an der Vorderkante endet, sondern um eine gerundete Kante herumgeführt wird. Der Übergang zwischen Fläche und Kante wirkt dadurch geschlossen und gleichmässig. Je nach Ausführung wird nur eine Kante oder werden mehrere Seiten geformt. Nicht postgeformte Seiten können separat bearbeitet oder mit anderen Kantenlösungen ergänzt werden.
Einsatz in der Möbelfertigung
Postformingteile werden dort eingesetzt, wo sichtbare Vorderkanten sauber ausgebildet und zugleich einfach zu reinigen sein sollen. Typische Anwendungen sind Abdeckungen, Fronten, Regalböden, Tisch- und Thekenelemente sowie arbeitsnahe Möbelteile im Küchen-, Bad- und Objektbereich. Die Bauweise eignet sich für Serienmöbel ebenso wie für standardisierte Elemente im Innenausbau. Relevant ist sie vor allem bei Bauteilen mit klar definierter Sichtkante.
Ausführungen nach Radius, Oberfläche und Bearbeitungsstand
Postformingteile unterscheiden sich vor allem durch den Kantenradius, die Art der Oberfläche und den Grad der Vorbearbeitung. Erhältlich sind einfache oder beidseitige Postforming-Ausführungen, verschiedene Dekore und Materialanmutungen sowie Rohteile oder bereits zugeschnittene Komponenten. Je nach Fertigungskonzept werden Bohrungen, Ausschnitte oder Sonderformate bereits im Werk eingebracht oder erst in der Weiterverarbeitung ergänzt. Für die Auswahl sind Geometrie, Beanspruchung und die Anbindung an andere Möbelteile entscheidend.
Abgrenzung zu Schichtstoffplatten, Umleimern und Softformteilen
Innerhalb der Werkstoffe für die Möbelfertigung stehen Postformingteile zwischen der rohen oder beschichteten Platte und dem fertig bearbeiteten Möbelbauteil. Im Unterschied zu Schichtstoffplatten oder HPL-Platten ist die Oberfläche hier bereits über eine gerundete Kante geformt. Gegenüber Umleimern entsteht die sichtbare Kante nicht durch einen separat angesetzten Streifen, sondern durch die durchlaufende Oberfläche des Bauteils. Von Softformteilen grenzen sich Postformingteile dadurch ab, dass die umgeformte Beschichtung über einen definierten Radius das prägende Merkmal ist.