Geometrie einer halbgewendelten Treppe
Kennzeichnend ist ein Treppenverlauf mit halber Drehung. Die Treppe führt nach dem Richtungswechsel in die entgegengesetzte Richtung weiter, wodurch Ein- und Austritt übereinander oder versetzt angeordnet sein können. Im gewendelten Bereich verändern sich die Stufenbreiten über die Tiefe der Stufe, weshalb die Linienführung, die nutzbare Laufbreite und der Begehkomfort sorgfältig aufeinander abgestimmt werden muessen.
Typische Einsatzsituationen im Ausbau
Halbgewendelte Treppen kommen in Wohnbauten, kleineren Mehrfamilienhäusern sowie bei Dachausbauten und Umbauten vor. Sie eignen sich für Treppenräume, in denen eine geradeläufige Treppe zu viel Länge beanspruchen würde. Auch bei Sanierungen werden sie genutzt, wenn vorhandene Wände, Deckenöffnungen oder Erschliessungsachsen einen kompakten Richtungswechsel verlangen.
Planungsvarianten und konstruktive Ausprägungen
Die Ausführung kann links- oder rechtsgewendelt erfolgen, abhängig von Grundriss und Erschliessung. Möglich sind unterschiedliche Konstruktionsarten wie Holz-, Stahl- oder Betontreppen sowie offene oder geschlossene Stufenbilder. Je nach Planung liegt der gewendelte Bereich eher im unteren, mittleren oder oberen Abschnitt des Laufs, was die Nutzung, die Geländerführung und den Platzbedarf beeinflusst.
Abgrenzung zu anderen Treppenarten
Innerhalb der Treppen nach Art unterscheidet sich die halbgewendelte Treppe vor allem durch ihren Richtungswechsel um 180 Grad. Viertelgewendelte Treppen drehen nur um 90 Grad, geradeläufige Treppen verzichten ganz auf eine Wendung. Podesttreppen lösen den Richtungswechsel über ein Podest, während Wendeltreppen und Spindeltreppen um eine zentrale Achse organisiert sind. Bogentreppen folgen einer gekrümmten Linie, sind aber nicht zwingend halbgewendelt.