Typische Einsatzkontexte im Hochbau
Medienfassaden werden vor allem dort eingesetzt, wo Gebäude im Stadtraum auch als Informations- oder Gestaltungsträger wahrgenommen werden. Dazu zählen unter anderem Geschäfts- und Verwaltungsbauten, Kultur- und Veranstaltungsgebäude, Verkehrsbauten, Einkaufszentren oder Areale mit publikumsbezogener Nutzung. In der Planung sind Sichtwirkung bei Tag und Nacht, Einbindung in das Fassadenraster, Lichtemission, Unterhalt sowie die Abstimmung mit Architektur und Umgebung zu berücksichtigen. Bei Bestandsgebäuden stellt sich zusätzlich die Frage, ob die vorhandene Fassade eine Integration statisch, konstruktiv und betrieblich zulässt.
Ausprägungen von diskreten Lichtpunkten bis zu flächigen Systemen
Medienfassaden können sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Häufig sind pixelbasierte Systeme mit einzelnen Lichtpunkten, lineare Medienelemente entlang der Fassadengliederung oder flächige Fassadenebenen mit gleichmässiger Lichtwirkung. Daneben gibt es Lösungen, bei denen die mediale Funktion in Lamellen, Glasaufbauten, Metallgewebe oder zweite Fassadenebenen integriert wird. Die Wahl des Systems beeinflusst unter anderem Auflösung, Fernwirkung, Transparenz, Tagesbild, Wartungsaufwand und die architektonische Lesbarkeit der Fassade.
Abgrenzung zu Blendfassaden, Photovoltaik und Vorhangfassaden
Innerhalb der Fassadenarten sind Medienfassaden durch ihre mediale Nutzbarkeit definiert. Eine Blendfassade ist in erster Linie eine nichttragende, vorgesetzte Fassadenlösung ohne notwendige Darstellungsfunktion. Photovoltaik in der Fassade dient primär der Stromerzeugung; auch wenn gestalterische Effekte möglich sind, entsteht daraus nicht automatisch eine Medienfassade. Vorhangfassaden beschreiben eine konstruktive Fassadenbauweise als nichttragende Aussenwand, während Medienfassaden eine funktionale und gestalterische Kategorie sind. Eine Medienfassade kann daher konstruktiv als Vorhangfassade ausgeführt sein, muss es aber nicht.