Was Funkdatenübertragungsanlagen in Logistikanlagen leisten
Eine Funkdatenübertragungsanlage stellt eine definierte drahtlose Kommunikationsstrecke innerhalb einer logistischen oder fördertechnischen Anlage bereit. Übertragen werden je nach Anwendung Messwerte, Zustände, Identifikationsdaten, Meldungen oder Steuerinformationen. Typisch ist die Anbindung bewegter Einheiten an stationäre Steuerungen, ohne dass Schleppkabel, Kabelketten oder andere mechanisch belastete Leitungsführungen nötig sind. Entscheidend sind eine zur Anlage passende Funkabdeckung, ein stabiles Übertragungsverhalten und die saubere Einbindung in die bestehende Automationsstruktur.
Typische Einsatzbereiche in Lager, Fördertechnik und Umschlag
Eingesetzt werden Funkdatenübertragungsanlagen unter anderem bei fahrerlosen Transportsystemen, Shuttle-Systemen, Regalbediengeräten, Krananlagen, beweglichen Fördersegmenten oder verteilten Sensor- und Meldestellen. Auch an weitläufigen Umschlagplätzen oder in Bestandsanlagen mit schwieriger Leitungsführung sind drahtlose Datenstrecken üblich. Besonders sinnvoll ist die Lösung dort, wo bewegte Komponenten laufend mit Leitsystemen, SPS oder Visualisierung kommunizieren müssen.
Aufbau und Ausprägungen der drahtlosen Datenstrecke
Funkdatenübertragungsanlagen können als Punkt-zu-Punkt- oder Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen ausgeführt sein. Je nach Aufgabe werden einzelne mobile Teilnehmer, ganze Fahrzeugsysteme oder verteilte Anlageteile eingebunden. Die Anlage besteht in der Regel aus Sende- und Empfangseinheiten, Antennentechnik, Schnittstellen zur Steuerung sowie der passenden Infrastruktur auf der stationären Seite. Relevant sind dabei unter anderem Reichweite, bauliche Umgebung, Abschattungen durch Lagertechnik oder Metallstrukturen sowie die Anforderungen an Verfügbarkeit und Reaktionszeit.
Abgrenzung zu Datenfunksystemen, Funkfernsteuerungen und LAN
Funkdatenübertragungsanlagen sind von Funkfernsteuerungen zu unterscheiden: Bei Funkfernsteuerungen steht die Bedienung einer Maschine per Funk im Vordergrund, nicht der kontinuierliche Austausch von Prozess- und Zustandsdaten. Gegenüber Infrarotdatenübertragung benötigen Funklösungen keine direkte Sichtverbindung und sind deshalb in verwinkelten oder dynamischen Anlagen oft geeigneter. Von LAN oder BUS-Systemen unterscheiden sie sich durch die drahtlose Überbrückung bewegter oder schwer verkabelbarer Bereiche. Der Begriff Datenfunksysteme beschreibt häufig eher das Kommunikationsprinzip; Funkdatenübertragungsanlagen meinen die konkrete technische Umsetzung innerhalb der Anlage.