Was Roboterprogrammiersprachen technisch abbilden
Eine Roboterprogrammiersprache legt fest, wie Positionen, Bewegungsarten, Geschwindigkeiten, Beschleunigungen, Werkzeugdaten und Koordinatensysteme beschrieben werden. Hinzu kommen Befehle für Ein- und Ausgänge, Wartezustände, Schleifen, Verzweigungen, Unterprogramme und Störfallbehandlungen. In automatisierten Materialflüssen ist zudem relevant, wie Handshakes mit SPS, Förderanlagen, Bildverarbeitung oder Peripheriegeräten programmiert werden. Die Sprache ist damit die formale Grundlage für das Verhalten des Roboters im laufenden Betrieb.
Typische Anwendungen in Lager- und Materialflussprozessen
Im Lager und in der innerbetrieblichen Logistik werden Roboterprogrammiersprachen unter anderem für das Greifen und Ablegen von Behältern, das Palettieren gemischter Gebinde, das Entladen von Ladungsträgern oder das Zuführen von Teilen eingesetzt. Dabei müssen Bewegungsfolgen oft mit Taktvorgaben, Sensorabfragen und Freigaben anderer Anlagenteile abgestimmt werden. Auch Variantenwechsel, Lagekorrekturen oder der Umgang mit fehlenden Teilen werden über Programmlogik abgebildet. Je nach Anwendung steht entweder die genaue Bahnfahrt oder eine robuste Ablaufsteuerung mit vielen Zustandswechseln im Vordergrund.
Herstellergebundene Sprachen und Schnittstellen zur Anlagensteuerung
Viele Roboterprogrammiersprachen sind an bestimmte Steuerungen und Hersteller gebunden. Sie unterscheiden sich in Syntax, Diagnosemöglichkeiten, Bibliotheken und der Einbindung von Optionen wie Bildverarbeitung, Kraftregelung oder Sicherheitsfunktionen. Für intralogistische Anlagen ist zusätzlich entscheidend, wie gut sich Signale, Datenstrukturen und Ablaufzustände mit SPS-Programmen, Leitsystemen oder anderen Robotern austauschen lassen. Neben klassischer textbasierter Programmierung kommen je nach System auch teachbasierte, blockorientierte oder skriptnahe Ansätze vor.
Abgrenzung zu Roboterprogrammierung, Simulation und Robotersystemen
Roboterprogrammiersprachen sind nicht dasselbe wie Roboterprogrammierung. Die Sprache beschreibt die verfügbaren Befehle und Strukturen, während die Programmierung die konkrete Erstellung, Anpassung und Inbetriebnahme eines Programms umfasst. Von Robotersimulationssoftware unterscheidet sich die Sprache dadurch, dass Simulation vor allem virtuelle Tests, Erreichbarkeitsprüfungen und Taktabschätzungen unterstützt. Gegenüber Robotersystemen, Greifern oder Zuführsystemen handelt es sich hier nicht um Hardware, sondern um das softwareseitige Mittel, mit dem diese Komponenten koordiniert und angesteuert werden.