Was unter Robotersicherheitstechnik fällt
Die Leistung umfasst technische und organisatorische Massnahmen zur Beherrschung von Gefährdungen an Roboteranlagen. Dazu gehören unter anderem trennende Schutzeinrichtungen, verriegelte Schutztüren, Not-Halt-Konzepte, sichere Betriebsarten, Zustimmtaster, sichere Geschwindigkeits- und Raumüberwachung sowie die Einbindung in Sicherheitssteuerungen. Betrachtet werden typische Risiken wie Quetschen, Scheren, Anfahren, unerwarteter Wiederanlauf und Gefährdungen bei Einricht-, Wartungs- oder Störungsbeseitigungsarbeiten.
Typische Anwendungen in Intralogistik und Lagerautomation
In der Transport- und Logistikbranche wird Robotersicherheitstechnik vor allem bei Palettier- und Depalettieranlagen, Pick-and-Place-Zellen, Kommissionierlösungen, Verpackungslinien sowie an Schnittstellen zu Fördertechnik eingesetzt. Sicherheitsanforderungen entstehen dort, wo Material automatisch zugeführt wird, wo Bedienpersonal in Prozesse eingreift oder wo mehrere Anlagenteile zusammenwirken. Besonders relevant sind Übergabebereiche, manuelle Nachlegeplätze, Wartungszugänge und Bereiche mit häufigen Format- oder Produktwechseln.
Schutzkonzepte für offene, eingehauste und kollaborative Zellen
Je nach Anlagenkonzept kommen unterschiedliche Schutzansätze zum Einsatz. In eingehausten Roboterzellen stehen meist Umwehrungen, verriegelte Zugänge und definierte Freigaben für den sicheren Zugang im Vordergrund. Bei offenen Materialflüssen werden oft berührungslose Schutzeinrichtungen oder überwachte Bereiche eingesetzt, damit Zuführung und Entnahme möglich bleiben. In kollaborativen Anwendungen reicht der Einsatz eines kollaborativen Roboters allein nicht aus; auch hier müssen Werkzeug, Werkstück, Bewegungsablauf und Umgebung sicherheitstechnisch beurteilt werden.
Abgrenzung zu Robotertechnik, Programmierung und Peripherie
Robotersicherheitstechnik ist nicht mit dem Roboter, dem Greifer oder der Roboterprogrammierung gleichzusetzen. Während Roboter, Greifer, Positioniersysteme oder Beladesysteme die Funktion der Anlage bestimmen, legt die Sicherheitstechnik fest, unter welchen Bedingungen diese Funktionen sicher betrieben werden können. Auch eine Programmänderung oder ein Wechsel des Endeffektors kann sicherheitsrelevant sein, weil sich Reichweiten, Geschwindigkeiten, Kräfte oder Zugriffsbereiche ändern. Innerhalb der Hierarchie gehört die Leistung zur Automation und Robotertechnik, grenzt sich aber klar von der reinen Auslegung der Robotikkomponenten ab.