Was Verbundplatten im Holzbereich kennzeichnet
Als Verbundplatten werden Platten bezeichnet, bei denen mindestens zwei verschiedene Materialien oder Materialsysteme fest miteinander verbunden sind. Im Unterschied zu homogenen Holzwerkstoffen entsteht die Funktion erst durch den Verbund, etwa durch eine tragende Mittellage und widerstandsfähige oder spezialisierte Deckschichten. Je nach Aufbau können Eigenschaften wie Formstabilität, Oberflächenhärte, Feuchteverhalten, Reinigbarkeit oder Weiterverarbeitung gezielt beeinflusst werden. Welche Leistung im Einzelfall erreicht wird, hängt immer von der konkreten Materialkombination ab.
Typische Einsatzbereiche von Verbundplatten
Verbundplatten werden dort eingesetzt, wo ein einzelner Werkstoff die Anforderungen nicht vollständig abdeckt. Das betrifft unter anderem den Innenausbau, den Möbel- und Ladenbau, den Fahrzeug- und Kabinenbau, technisch beanspruchte Verkleidungen oder Bauteile mit erhöhten Anforderungen an Oberfläche und Kernmaterial. Auch bei Sichtflächen mit funktionaler Beschichtung oder bei Bauteilen mit mehreren Nutzschichten kommen solche Platten in Frage. Für die Auswahl sind neben der mechanischen Beanspruchung auch Klimaeinwirkung, Kantenbearbeitung und Befestigungsart relevant.
Aufbauten und materialtechnische Ausprägungen
Verbundplatten können als mehrlagige Flachpressplatte, als sandwichartiger Aufbau oder als Trägerplatte mit aufgebrachter Funktionsschicht ausgeführt sein. Im Holzumfeld finden sich Kombinationen mit Holzwerkstoffen, Kunststoffen, Schichtstoffen, Metallen, mineralischen Lagen oder papierbasierten Deckschichten. Massgeblich sind dabei die Art des Kerns, die Decklagen, die Klebung sowie die Dicke der einzelnen Schichten. Für Planung und Beschaffung werden Verbundplatten deshalb nicht nur nach Format und Stärke, sondern vor allem nach Aufbau, Oberfläche und vorgesehenem Einsatz beschrieben.
Abgrenzung zu Schichtstoffplatten, Leichtbauplatten und anderen Plattenarten
Verbundplatten sind ein Oberbegriff für Platten mit kombiniertem Materialaufbau und damit breiter gefasst als einzelne Geschwisterleistungen in dieser Hierarchie. Schichtstoffplatten und Hochdruck-Schichtstoffplatten beziehen sich in der Regel auf Platten mit klar definierter Schichtstoffoberfläche auf einem Träger. Leichtbauplatten sind auf geringes Gewicht und einen spezifischen Sandwichaufbau ausgerichtet, während Dämmplatten primär eine wärme- oder schalltechnische Funktion erfüllen. Multiplexplatten, Naturholzplatten oder Hartfaserplatten bestehen demgegenüber aus enger definierten Werkstoffgruppen und sind nicht bereits durch einen materialübergreifenden Verbund charakterisiert.