Aufbau und Herstellung von Hochdruck-Schichtstoffplatten
Der Werkstoff besteht aus mehreren mit Kunstharzen imprägnierten Lagen, die unter Druck und Wärme zu einer dichten, harten Platte oder Schicht verpresst werden. Die sichtbare Seite kann dekorativ, einfarbig oder funktional ausgeführt sein. Bei dünnen Ausführungen dient der Schichtstoff als belastbare Oberfläche auf Trägerplatten, bei kompakten Ausführungen bildet er den gesamten Plattenaufbau.
Einsatzbereiche bei stark beanspruchten Oberflächen
Hochdruck-Schichtstoffplatten werden in Bereichen verwendet, in denen Oberflächen regelmässig mechanisch oder hygienisch beansprucht werden. Typische Anwendungen sind Möbel im Objektbereich, Trennwände, Innenausbauten, Arbeitsflächen, Wandverkleidungen sowie Bauteile in Sanitär- und Feuchtbereichen. Auch im Ladenbau, in Bildungseinrichtungen und in Bereichen mit erhöhtem Reinigungsaufwand sind sie verbreitet.
Ausführungen nach Aufbau, Dekor und Funktion
Erhältlich sind kompakte Platten für eigenständige Bauteile sowie Schichtstoffoberflächen zur Kaschierung von Holzwerkstoffen wie Span- oder MDF-Platten. Je nach Produkt unterscheiden sich Oberflächenbild, Struktur, Farbigkeit, Kantenlösung und Rückseitenaufbau. Für bestimmte Anwendungen gibt es Varianten mit Anforderungen an Feuchtebeständigkeit, Reinigbarkeit oder Widerstand gegen typische Gebrauchseinflüsse.
Abgrenzung zu Schichtstoffplatten und anderen Holzwerkstoffen
Innerhalb der Kategorie Spezialmaterialien und Funktionsmaterialien bezeichnen Hochdruck-Schichtstoffplatten eine klar definierte Ausprägung von Schichtstoffplatten mit hochverdichtetem Aufbau. Der allgemeinere Begriff Schichtstoffplatten kann breiter verwendet werden und umfasst nicht zwingend dieselbe Herstellungsart. Gegenüber Möbelspanplatten, Multiplexplatten oder Naturholzplatten steht bei HPL nicht der tragende Holzwerkstoff, sondern die belastbare und funktionsorientierte Oberfläche beziehungsweise der kompakte Schichtstoffkörper im Vordergrund.