Aufbau und werkstofftechnische Merkmale
Kunstharzpressholz entsteht durch die Kombination von Holz und duroplastischen oder vergleichbaren Kunstharzen in einem Pressverfahren. Die Verdichtung erhöht in der Regel Rohdichte, Oberflächenhärte und Formstabilität. Je nach Rezeptur und Aufbau kann das Material auch eine verbesserte Beständigkeit gegenüber Feuchte, Abrieb oder bestimmten mechanischen Belastungen aufweisen. Die konkreten Eigenschaften hängen jedoch stark von der verwendeten Holzbasis, dem Harzanteil und den Pressbedingungen ab.
Typische Einsatzbereiche von Kunstharzpressholz
Verwendet wird Kunstharzpressholz dort, wo Holzwerkstoffe hohe Festigkeit, eine belastbare Oberfläche oder eine definierte Masshaltigkeit erfüllen müssen. Typische Anwendungsfelder liegen im technischen Innenausbau, im Maschinen- und Apparateumfeld, bei beanspruchten Bauteilen sowie bei funktionalen Träger- oder Isolierteilen. Ob ein Produkt für feuchte, mechanisch stark belastete oder elektrisch sensible Einsatzbereiche geeignet ist, ergibt sich aus der jeweiligen Produktausführung und den Herstellerangaben.
Produktformen, Bearbeitung und Ausführungen
Kunstharzpressholz ist je nach Hersteller als Platte, Schichtaufbau oder spezielles Formteil erhältlich. Unterschiede bestehen unter anderem in Dichte, Dicke, Oberflächenbeschaffenheit, Harzsystem und im inneren Aufbau des Materials. Die Bearbeitung ist grundsätzlich mit üblichen Verfahren wie Sägen, Fräsen, Bohren oder Schleifen möglich, verlangt bei stark verdichteten Qualitäten aber angepasste Werkzeuge und Bearbeitungsparameter. Für Verbindung, Beschichtung oder Weiterverarbeitung sind die spezifischen Materialeigenschaften zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu verwandten Holzwerkstoffen
Innerhalb der Hierarchie gehört Kunstharzpressholz zu den Spezialmaterialien und Funktionsmaterialien und unterscheidet sich damit von Standardplatten für den allgemeinen Möbel- oder Innenausbau. Gegenüber Hochdruck-Schichtstoffplatten steht nicht eine dekorative oder funktionale Deckschicht im Vordergrund, sondern der verdichtete Werkstoff selbst. Von Panzerholzplatten und Pressschichtholz oder Presssperrholz grenzt sich Kunstharzpressholz über die konkrete Materialdefinition und Produktausführung ab, auch wenn es bei Aufbau und Eigenschaften Überschneidungen geben kann. Im Unterschied zu Verbundplatten oder mineralisch gebundenen Holzwerkstoffen basiert die Werkstoffcharakteristik hier auf kunstharzgebundener Verdichtung von Holzbestandteilen.