Füllaufgabe und Prozessanforderungen
Füllmaschinen übernehmen das kontrollierte Einbringen von flüssigen, pastösen, stückigen, pulverförmigen oder rieselfähigen Lebensmitteln in ein vorgesehenes Gebinde. Je nach Produkt erfolgt die Dosierung mengen-, gewichts-, volumen- oder prozessgeführt. Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Viskosität, Fliessverhalten, Schaumbildung, Partikelanteil, Temperatur sowie nach den Anforderungen an Hygiene und Reinigbarkeit. In der Praxis ist nicht nur die Füllmenge relevant, sondern auch ein stabiler Ablauf bei Taktzahl, Produktwechsel und Formatwechsel.
Typische Anwendungen in der Lebensmittelverpackung
Eingesetzt werden Füllmaschinen in sehr unterschiedlichen Bereichen der Lebensmittelindustrie. Flaschenfüllmaschinen und Keg-Anlagen kommen etwa für Getränke zum Einsatz, Becherfüllmaschinen für Molkereiprodukte oder Desserts, Schalenfüllmaschinen für gekühlte Lebensmittel und Beutelfüllmaschinen für Saucen, Suppen oder Trockenprodukte. Pulverabfüllmaschinen und Schneckenfüller verarbeiten pulverige oder granulierte Produkte, während Fassfüller und Big-Bag-Füllmaschinen eher für grössere Gebinde in Produktion und Logistik vorgesehen sind. Welche Bauart passt, hängt vom Produkt, vom Gebinde und von der Einbindung in die Verpackungslinie ab.
Bauarten von Füllmaschinen
Zur Leistung gehören verschiedene Maschinentypen und Füllprinzipien. Kolbenfüller werden häufig für viskose oder portionierte Produkte verwendet, Vakuumfüller für definierte Füllvorgänge bei bestimmten Produktarten, und Sterilabfüllmaschinen für Prozesse mit erhöhten Anforderungen an Keimarmut und Produktschutz. Zu den Untergruppen zählen unter anderem Abfüllautomaten, Dosenfüllmaschinen, Flaschenfüllmaschinen, Tubenfüller, Becherfüllmaschinen, Füllmaschinen für Kartonpackungen und Spezial-Füllmaschinen für besondere Produkt- oder Gebindeformen. Auch Schlauchbeutelmaschinen können Füllfunktionen enthalten, sind jedoch je nach Ausführung zugleich Teil des Form-, Füll- und Verschliessprozesses.
Abgrenzung innerhalb der Maschinen für Lebensmittelverpackung
In der Hierarchie der Lebensmittelverpackung gehören Füllmaschinen zur übergeordneten Kategorie Maschinen. Sie unterscheiden sich von Packmaschinen dadurch, dass ihr Schwerpunkt auf dem Dosieren und Einbringen des Produkts liegt, nicht auf dem Umhüllen, Verschliessen oder Gruppieren von Gebinden. Gegenüber Ausstattungsmaschinen und Etikettiermaschinen steht nicht die Kennzeichnung im Vordergrund, gegenüber Kontrolleinrichtungen und Sortiermaschinen nicht die Prüfung oder Ausschleusung, und gegenüber Abräumer- und Palettiermaschinen nicht das Handling am Linienende. Füllmaschinen sind damit der prozessnahe Abschnitt der Verpackungslinie, an dem Produkt und Primärgebinde zusammengeführt werden.