Funktionsprinzip von Rollenbahnen
Bei Rollenbahnen wird das Fördergut auf drehbaren Rollen bewegt. Die Bewegung entsteht entweder durch ein Gefälle bei Schwerkraftrollenbahnen oder durch einen Antrieb, der einzelne Rollen oder Rollensegmente antreibt. Das System eignet sich für Güter mit ausreichend ebener und stabiler Unterseite. Im Unterschied zu komplexeren Förderanlagen ist die Funktion auf einen klar definierten Förderweg mit Übergaben, Stopps oder Staustrecken ausgerichtet.
Einsatz im Materialfluss der Holzbranche
Rollenbahnen werden dort eingesetzt, wo Holzprodukte zwischen Arbeitsschritten zuverlässig weitergegeben werden müssen. Typische Anwendungen sind der Transport von Platten vor und nach Bearbeitungsmaschinen, das Ausschleusen von Zuschnitten, das Fördern von Stapeln oder der interne Warenfluss von Gebinden und Paletten. Sie kommen auch in Pufferzonen, an Verpackungsplätzen und bei der Verbindung einzelner Maschinen zum Einsatz.
Ausführungen nach Fördergut und Prozess
Die Auslegung richtet sich nach Abmessung, Gewicht, Kantenempfindlichkeit und Takt des Förderguts. Verbreitet sind gerade Strecken, Kurven, angetriebene Zonen, Staubereiche und Übergabemodule. Für empfindliche Oberflächen oder unterschiedliche Werkstückformate kann die Rollenbahn entsprechend angepasst werden. Entscheidend ist, dass Rollenabstand, Bahnbreite und Übergänge zum tatsächlichen Fördergut passen.
Abgrenzung zu anderen Fördermitteln
Rollenbahnen sind für stückiges Fördergut mit Auflagefläche ausgelegt und unterscheiden sich damit von Tragkettenförderern, die eher schwere oder formstabile Lasten über Ketten tragen. Kratzförderer fördern loses oder schüttfähiges Material und nicht einzelne Werkstücke. Gegenüber Hängebahnen und Handhängebahnen erfolgt der Transport nicht hängend, sondern aufliegend. Als Teil grösserer Förderanlagen übernehmen Rollenbahnen meist lineare Transport-, Puffer- oder Übergabefunktionen, während Werkstückfördergeräte oder Drehstationen stärker auf Positionierung und Handhabung ausgerichtet sind.