Was unter Förderanlagen in der Holzbranche verstanden wird
Förderanlagen sind technisch kombinierte Systeme zum innerbetrieblichen Transport von Holzprodukten und Holznebenprodukten. Dazu gehören Förderstrecken, Übergabepunkte, Antriebe, Trag- oder Führungselemente sowie je nach Ausführung Sensorik und Steuerung. In holzverarbeitenden Betrieben müssen solche Anlagen unterschiedliche Formate, Oberflächen und Gewichte berücksichtigen, etwa bei Schnittholz, Plattenmaterial oder losem Restholz. Die Auslegung richtet sich deshalb nach Fördergut, Takt der vor- und nachgelagerten Prozesse, Platzverhältnissen und gewünschter Übergabelogik.
Typische Einsatzbereiche zwischen Bearbeitung, Lager und Versand
Förderanlagen werden dort eingesetzt, wo Material wiederkehrend zwischen mehreren Stationen bewegt werden muss. Beispiele sind Beschickung und Abtransport an Sägen, Hobel- und Sortieranlagen, Plattenzuschnitt, Oberflächenbearbeitung, Pufferstrecken vor Verpackungslinien oder innerbetriebliche Wege zum Lager. Auch für Reststoffströme wie Späne, Hackschnitzel oder Abschnitte kommen Förderanlagen zum Einsatz, wenn das Material gesammelt, weitergeleitet oder einer weiteren Verwertung zugeführt wird. In der Holzlogistik dienen sie ausserdem zur Übergabe zwischen Produktionsbereichen, Stapelplätzen und Versandzonen.
Ausführungen nach Fördergut, Streckenführung und Prozesslogik
Förderanlagen lassen sich nach dem transportierten Material und nach der Funktion innerhalb des Prozesses unterscheiden. Für Stückgut stehen präzise Übergaben, lagegerechter Transport, Stauverhalten und Oberflächenschutz im Vordergrund. Bei Schüttgut sind Fördermenge, Austrag, Dichtheit und Reinigung wichtiger. Hinzu kommen Unterschiede in der Streckenführung, etwa horizontal, steigend, fallend oder mit Richtungswechseln, sowie in der Prozesslogik, zum Beispiel Zuführen, Verteilen, Sammeln, Puffern oder Ausschleusen. Viele Anlagen bestehen deshalb nicht aus einem einzelnen Förderprinzip, sondern aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten.
Abgrenzung zu einzelnen Fördergeräten und verwandten Leistungen
Innerhalb der Hierarchie gehört Förderanlagen zur übergeordneten Leistung Fördermittel und beschreibt komplette oder funktional zusammenhängende Transportsysteme. Davon abzugrenzen sind die genannten Geschwisterleistungen, die jeweils bestimmte Bauarten oder Spezialfunktionen bezeichnen: Rollenbahnen für rollendes Stückgut, Kratzförderer für bestimmte Schüttgüter, Tragkettenförderer für definierte Lastaufnahmen oder Dosierförderer für eine geregelte Materialaufgabe. Auch Hängebahnen, Kreisförderer oder Werkstückfördergeräte decken jeweils enger umrissene Anwendungen ab. Wenn mehrere solcher Elemente zu einer durchgängigen Materialflusslösung kombiniert werden, spricht man im Regelfall von einer Förderanlage.