Funktion von Brandschutzsilikonen in Fugen und Anschlüssen
Brandschutzsilikone verschliessen Fugen so, dass ein Bauteil seine geforderte Funktion im Brandfall innerhalb des geprüften Systems beibehalten kann. Im Unterschied zu gewöhnlichen Silikonen sind sie für den Einsatz in Brandschutzanwendungen ausgelegt und auf definierte Konstruktionen abgestimmt. Ihre dauerelastische Eigenschaft ist vor allem dort relevant, wo Bauteile arbeiten oder geringe Bewegungen aufnehmen müssen. Ob eine Fuge damit zulässig ausgeführt werden kann, hängt von der jeweiligen Systemprüfung, dem Fugenaufbau und dem Untergrund ab.
Typische Anwendungen im Holzbau und Innenausbau
Verwendet werden Brandschutzsilikone unter anderem bei Anschlussfugen zwischen brandschutzrelevanten Bauteilen, bei Rahmenanschlüssen sowie an Übergängen zwischen unterschiedlichen Werkstoffen. Im Holzbau sind solche Übergänge häufig, etwa zwischen Holzelementen und mineralischen Bauteilen oder bei vorgefertigten Konstruktionen. Auch bei bestimmten Verglasungs- und Elementanschlüssen kommen silikonbasierte Brandschutzabdichtungen vor, sofern der Aufbau dafür vorgesehen ist. Entscheidend ist, dass die Ausführung zum geprüften Bauteil und zur vorgesehenen Nutzung passt.
Systemgebundene Ausführungen und Verarbeitungsgrenzen
Brandschutzsilikone unterscheiden sich je nach Produkt und Zulassung unter anderem in Haftung, Bewegungsaufnahme, Temperaturbeständigkeit und Eignung für Innen- oder Aussenbereiche. Häufig sind sie Teil eines genau festgelegten Fugenaufbaus mit Hinterfüllmaterial, definierten Fugendimensionen und bestimmten Randmaterialien. Nicht jedes Produkt ist auf allen Untergründen einsetzbar, und eine nachträgliche Beschichtung ist je nach Silikon nur eingeschränkt möglich. Für die Auswahl zählen daher nicht nur die Materialeigenschaften, sondern vor allem der freigegebene Anwendungsbereich.
Abgrenzung zu Brandschutzdichtungsmassen und anderen Produkten
Brandschutzsilikone sind nicht mit dem Oberbegriff Brandschutzdichtungsmassen gleichzusetzen. Unter Brandschutzdichtungsmassen fallen auch andere Werkstoffe wie Acryl- oder Spezialmassen, die je nach Anwendung weniger elastisch oder für andere Fugenarten vorgesehen sind. Gegenüber Brandschutzdichtungen und Brandschutzbändern handelt es sich bei Silikonen um pastöse, vor Ort eingebrachte Abdichtungen und nicht um vorgefertigte Profile oder Bandmaterialien. Von Brandschutzanstrichen unterscheiden sie sich zudem klar, weil sie keine flächige Beschichtung bilden, sondern gezielt Fugen und Anschlussstellen abdichten.