Materialaufbau und Eigenschaften von Vliesstoffen
Vliesstoffe bestehen aus lose oder geordnet abgelegten Fasern, die anschliessend verfestigt werden. Dadurch entsteht ein textiler Flächenstoff mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften in Bezug auf Dicke, Reissfestigkeit, Weichheit, Luftdurchlässigkeit oder Dehnbarkeit. Für den Einsatz im Polsterbereich ist vor allem relevant, ob das Material eher als leichte Trennlage, als robuste Schutzschicht oder als anpassungsfähige Unterlage ausgelegt ist.
Einsatz im Möbel- und Polsterbereich
Im Polsteraufbau liegen Vliesstoffe häufig zwischen Schaum, Federkern, Holzbauteilen und Bezugsmaterialien. Sie können Reibung reduzieren, Oberflächen abdecken, Kanten entschärfen oder empfindlichere Lagen vor Abrieb schützen. Auch an nicht sichtbaren Möbelbereichen, etwa auf Unterseiten, Rückseiten oder innenliegenden Konstruktionsteilen, werden Vliesstoffe als saubere und funktionale Abdeckung eingesetzt.
Ausführungen nach Funktion und Verarbeitung
Unterschieden wird unter anderem nach Flächengewicht, Faserart, Oberflächenstruktur und Verfestigungsart. Leichte Qualitäten eignen sich eher als Trenn- oder Kaschierlage, dichtere Varianten eher für Schutz- und Abdeckfunktionen. Für die Verarbeitung sind zudem Zuschnitt, Nähbarkeit, Klebbarkeit und das Verhalten unter Spannung relevant, etwa bei konturierten Polsterteilen oder grossflächigen Bezügen.
Abgrenzung zu Füllvliesen, Nadelfilzen und Verbundvliesstoffen
Vliesstoffe bezeichnen hier die allgemeine Materialgruppe innerhalb der Polstermaterialien und Zubehörteile. Füllvliese sind stärker auf Volumen und weiche Polsterwirkung ausgelegt, während Nadelfilze meist dichter und mechanisch belastbarer sind. Verbundvliesstoffe bestehen aus mehreren verbundenen Lagen oder Materialkombinationen. Im Unterschied zu Federböden, Gurten oder Bandstahl übernehmen Vliesstoffe keine tragende Funktion, sondern ergänzen den Polsteraufbau als Zwischen-, Schutz- oder Funktionsschicht.