Was unter Kordeln und Schnüren im Polsterbereich verstanden wird
Im Polster- und Möbelbereich bezeichnet die Kategorie flexible, meist textile Linienmaterialien mit rundem oder leicht profiliertem Querschnitt. Dazu gehören einfache Schnüre ebenso wie stärker ausgeprägte Kordeln, etwa in gedrehter oder geflochtener Ausführung. Sie werden verarbeitet, wo textile Teile geführt, gebunden, eingezogen, eingefasst oder optisch akzentuiert werden sollen.
Typische Anwendungen in Polsterei und Möbelproduktion
Kordeln und Schnüre kommen bei Polsterdetails, losen Kissen, Bezügen, Einfassungen und dekorativen Abschlüssen vor. Sie werden auch dort verwendet, wo textile Elemente zusammengezogen, fixiert oder in einer definierten Führung gehalten werden müssen. In sichtbaren Bereichen zählt neben der Funktion vor allem die Abstimmung auf Bezugsmaterial, Nahtbild und Oberflächenwirkung.
Unterschiede bei Material, Aufbau und Verarbeitung
Relevant sind Durchmesser, Biegsamkeit, Oberflächenstruktur und die Art der Herstellung, etwa gedreht oder geflochten. Je nach Einsatz werden Kordeln und Schnüre aus Naturfasern, synthetischen Fasern oder Mischmaterialien gewählt. Für die Verarbeitung sind unter anderem Knotbarkeit, Scheuerverhalten, Formstabilität und das Verhalten in Nähten oder Durchzügen zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Gurten, Draht und Verschlusszubehör
Kordeln und Schnüre sind keine tragenden Flächenmaterialien wie Gurten und ersetzen auch keine Federböden oder Füllstoffe im Polsteraufbau. Gegenüber Draht oder Bandstahl fehlt ihnen die aussteifende Funktion; sie dienen eher der Führung, Verbindung oder Gestaltung. Von Klettverschlüssen, Reissverschlüssen und anderen Verschlüssen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keine definierte Öffnungs- und Schliessmechanik bereitstellen. Hebebänder und Zurrgurten gehören in den Bereich Transport und Sicherung, nicht in die feine Verarbeitung von Möbel- und Polsterdetails.