Was unter Altholz im Massivholzbereich verstanden wird
Im Kontext von Massivholz umfasst Altholz wiedergewonnenes Vollholz aus früheren Bauwerken, Innenausbauten, Böden, Fassaden, Möbeln oder technischen Holzkonstruktionen. Kennzeichnend sind vorhandene Gebrauchsspuren, Alterungsmerkmale, Bearbeitungsspuren und oft auch Rückstände aus der früheren Nutzung wie Metallteile, Beschichtungen oder Verbindungsmittel. Für die Einordnung als Werkstoff sind deshalb nicht nur Holzart und Abmessung relevant, sondern auch Herkunft, Vorbelastung und der tatsächliche Materialzustand.
Typische Herkunft und Einsatzformen von Altholz
Altholz stammt häufig aus dem selektiven Rückbau von Gebäuden, aus dem Ausbau historischer Bauteile oder aus der Demontage von Industrie- und Landwirtschaftsbauten. Verwendet wird es unter anderem für sichtbare Wand- und Deckenbekleidungen, Möbel, Innenausbau, individuelle Oberflächen sowie für aufgearbeitete Balken und Bretter mit bewusst erhaltenem Alterungsbild. Bei technischen oder tragenden Anwendungen ist der Einsatzfall gesondert zu prüfen, weil frühere Nutzung, Schädigungen und Querschnittsverluste die Verwendbarkeit beeinflussen können.
Sortierung, Aufbereitung und Qualitätsmerkmale
Vor einer erneuten Nutzung wird Altholz in der Regel nach Holzart, Abmessung, Oberflächenbild, Befestigungsresten und Gebrauchszustand sortiert. Zur Aufbereitung gehören je nach Ausgangsmaterial das Entnageln, Reinigen, Zuschneiden, Hobeln oder das bewusste Belassen der Patina. Wichtige Beurteilungspunkte sind Risse, Verformungen, Fäulnis, Insektenbefall, Feuchte, Altbeschichtungen und verdeckte Schadstellen. Je nach gewünschtem Erscheinungsbild kann die Oberfläche roh, gebürstet, gesägt oder stärker nachbearbeitet angeboten werden.
Abgrenzung zu Restholz und neuem Massivholz
Altholz unterscheidet sich von Restholz dadurch, dass es aus einer früheren Nutzung zurückgewonnen wird, während Restholz typischerweise als Nebenprodukt bei Verarbeitung, Zuschnitt oder Produktion anfällt. Gegenüber Schnittware, Bauholz oder Hobelware aus neuer Herstellung steht bei Altholz nicht die standardisierte Neuproduktion im Vordergrund, sondern die Wiederverwendung vorhandener Substanz. Auch von FSC-zertifiziertem Holz ist Altholz fachlich zu trennen: Die Wiederverwendung beschreibt die Materialherkunft aus dem Rückbau, eine Zertifizierung bezieht sich auf andere Nachweis- und Lieferkettenfragen.