Bohrarbeiten im Kontext des Grundbaus
Beim Bohren werden gezielt Bohrlöcher oder Bohrkanäle hergestellt, damit weitere Arbeitsschritte technisch möglich werden. Dazu gehören beispielsweise Bohrungen für Pfähle, Mikropfähle, Verankerungen, Injektionen, Entwässerung oder Leitungsdurchführungen im Baugrund. Die Ausführung richtet sich nach Untergrund, Platzverhältnissen, geforderter Tiefe sowie nach den Anforderungen an Genauigkeit, Stabilität und Ausbau der Bohrung.
Typische Einsatzbereiche auf Baustellen
Bohrarbeiten kommen bei Baugruben, Fundationen, Hangsicherungen, Unterfangungen und bei Arbeiten im Fels zum Einsatz. Sie sind auch relevant im Bestand, etwa wenn in engem Raum oder unter erschwerten Zugangsbedingungen gearbeitet wird. Je nach Bauaufgabe werden Bohrungen vorbereitend erstellt oder bilden selbst den direkten Arbeitsschritt, an den Verrohrung, Bewehrung, Verpressung oder der Einbau weiterer Systeme anschliesst.
Verfahrenswahl nach Baugrund und Ausführungsziel
Die geeignete Bohrmethode hängt vom Material des Untergrunds und vom Zweck der Bohrung ab. Unterschieden wird unter anderem zwischen Bohrungen in Lockergestein und in Fels sowie zwischen trockener, gespülter oder verrohrter Ausführung. Relevant sind zudem Erschütterungen, Wasserzutritte, Bohrgutabfuhr, die Sicherung der Bohrlochwand und die Frage, ob die Bohrung offen bleibt oder unmittelbar weiter ausgebaut wird.
Abgrenzung zu Sondieren, Verankerung und Planung
Bohren ist im Grundbau eine operative Dienstleistung zur Herstellung der Bohrung selbst. Davon zu unterscheiden ist das Sondieren, das primär der Erkundung des Baugrunds dient und nicht auf einen baulichen Endzustand ausgerichtet ist. Verankerung beschreibt den Einbau und die Funktion eines tragenden oder sichernden Elements, während Planung und Berechnung die ingenieurmässige Vorbereitung der Ausführung betreffen. Gegenüber Leistungen wie Bauen im Grundwasser oder Sicherung von bezeichnet Bohren daher keinen Gesamtprozess, sondern einen klar abgegrenzten technischen Arbeitsschritt.