Was unter Absenken im Grundbau verstanden wird
Im Grundbau ist mit Absenken in der Regel eine zeitlich begrenzte oder abschnittsweise Grundwasserabsenkung gemeint. Ziel ist, den Wasserandrang in einer Baugrube oder in einem Leitungsgraben zu verringern und die Arbeiten unterhalb des natürlichen Wasserniveaus kontrolliert ausführen zu können. Dazu werden Wasserfassungen, Pumpen und Ableitungen so angeordnet, dass der abgesenkte Bereich zur Bauaufgabe passt und die Randbedingungen im Untergrund berücksichtigt werden.
Typische Einsatzbereiche auf Baustellen
Absenkungen werden bei Baugruben für Untergeschosse, Schächten, Werkleitungsbau, Kanalbau, Fundamentarbeiten und Sanierungen im wasserführenden Untergrund eingesetzt. Auch bei lokalen Eingriffen, etwa für Anschlüsse oder Reparaturen unter dem Grundwasserspiegel, kann eine begrenzte Absenkung erforderlich sein. Ob eine Absenkung ausreicht oder mit Dichtungs-, Sicherungs- oder Verbauarbeiten kombiniert werden muss, hängt von Tiefe, Bodenverhältnissen und der Dauer des Eingriffs ab.
Verfahren und technische Ausprägungen
Je nach Untergrund kommen unterschiedliche Verfahren in Frage, etwa offene Wasserhaltung, Wellpoint-Systeme, Tiefbrunnen oder Entlastungsbrunnen. Die Wahl richtet sich unter anderem nach Durchlässigkeit des Bodens, gewünschter Absenktiefe, Fördermenge und Platzverhältnissen. In der Praxis gehört zur Leistung oft auch das Messen von Wasserständen und Fördermengen, damit die Absenkung an den Baufortschritt und an veränderte Verhältnisse angepasst werden kann.
Abgrenzung zu Planung, Bohren und Bauen im Grundwasser
Absenken ist nicht mit der reinen Planung oder Berechnung gleichzusetzen, auch wenn diese Leistungen die Auslegung einer Absenkung vorbereiten. Gegenüber Bohren liegt der Schwerpunkt nicht auf der Herstellung der Bohrung selbst, sondern auf der hydraulischen Wirkung und dem Betrieb der Entwässerung. Von Bauen im Grundwasser unterscheidet sich Absenken dadurch, dass das Wasser gezielt abgesenkt oder entlastet wird, während beim Bauen im Grundwasser auch Lösungen ohne oder mit nur geringer Absenkung möglich sind, etwa mit dichten Bauweisen oder speziellen Ausführungsverfahren.