Leistungsinhalt im Grundbau
Zur Leistung gehören Massnahmen, mit denen Gelände, Bauwerke und Gründungen gegen wasserbedingte Beanspruchungen gesichert werden. Dazu zählen unter anderem die Stabilisierung von Ufer- und Böschungsbereichen, der Schutz gegen Unterspülung und Auskolkung, die Ausbildung von Dicht- und Schutzlinien sowie die geotechnische Einbindung von Schutzbauwerken in den Baugrund. Je nach Projekt kann es um dauerhafte Anlagen oder um temporäre Sicherungen während Bauphasen gehen.
Typische Einsatzsituationen an Gewässern und Ufern
Eingesetzt wird die Leistung an Flüssen, Seen, Kanälen, Hafen- und Uferanlagen sowie an Küstenabschnitten mit Strömungs- oder Wellenbelastung. Typische Anlässe sind gefährdete Böschungen, überlastete Uferbereiche, hochwasserexponierte Infrastrukturen oder Bauwerke mit erosionsgefährdeten Gründungen. Auch bei Schutzdämmen, Promenaden, Kaianlagen, Durchlässen oder technischen Anlagen in Gewässernähe sind grundbauliche Schutzmassnahmen relevant.
Bauliche Massnahmen und technische Ausprägungen
Je nach Randbedingungen kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz, etwa Uferbefestigungen, Deckwerke, Böschungssicherungen, Spundwände, Dichtungselemente, Sohlensicherungen oder erosionsmindernde Einbauten. In anderen Fällen steht die Sicherung der Gründung eines bestehenden Bauwerks oder die Anpassung an veränderte Wasserstände im Vordergrund. Massgebend sind dabei nicht nur die hydraulischen Einwirkungen, sondern auch Baugrund, Setzungsverhalten, Durchlässigkeit und die Anschlussdetails an bestehende Konstruktionen.
Abgrenzung zu anderen Dienstleistungen im Grundbau
Hochwasserschutz und Küstenschutz beschreibt die fachliche Bearbeitung von Schutzmassnahmen gegen Wasser- und Erosionsbelastung. Im Unterschied zu Planung oder Berechnung steht hier nicht nur die konzeptionelle oder rechnerische Seite im Vordergrund, sondern die konkrete Schutzaufgabe im Zusammenspiel von Gewässer und Untergrund. Von Bohren, Sondieren oder Verankerung unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass diese Verfahren einzelne Teilgewerke oder technische Mittel innerhalb eines Schutzkonzepts sind. Bauen im Grundwasser betrifft primär die Ausführung unter wasserbeeinflussten Baustellenbedingungen, während Hochwasserschutz und Küstenschutz auf den dauerhaften oder temporären Schutz gegen äussere Wassereinwirkungen ausgerichtet ist.