Was eine Bogentreppe auszeichnet
Eine Bogentreppe ist eine Treppe mit gebogenem Verlauf. Der Lauf folgt einem Bogen, statt geradlinig zu verlaufen oder nur an einzelnen Stellen zu wenden. Dadurch entstehen Trittstufen mit veränderter Geometrie über die Breite, was die Planung der Gehzone und die Ausbildung von Innen- und Aussenradius anspruchsvoller macht als bei geraden Treppen.
Typische Einbausituationen im Hochbau
Bogentreppen kommen in Wohnbauten, öffentlichen Gebäuden und Ausbauprojekten vor, wenn der Treppenlauf an eine runde oder geschwungene Grundrissform angepasst werden soll. Sie werden auch dort gewählt, wo eine räumlich fliessende Verbindung zwischen Geschossen gewünscht ist. Im Bestand können sie sinnvoll sein, wenn die Treppe in eine gebogene Wandführung oder in ein Atrium eingebunden wird.
Geometrie, Konstruktion und Ausführung
Bogentreppen können aus Holz, Stahl, Beton oder als Kombination mehrerer Materialien ausgeführt werden. Je nach Konstruktion tragen Wangen, eine Untersichtplatte, seitliche Träger oder eine tragende Wand den gebogenen Lauf. Ebenfalls relevant sind die Führung des Geländers entlang des Bogens, die Ausbildung der Stufenvorderkanten und die präzise Fertigung der gebogenen Bauteile.
Abgrenzung zu gewendelten und spiralförmigen Treppen
Innerhalb der Treppen nach Art unterscheiden sich Bogentreppen von geradeläufigen und Podesttreppen durch ihren kontinuierlich gekrümmten Verlauf. Von viertel- oder halbgewendelten Treppen grenzen sie sich dadurch ab, dass der Richtungswechsel nicht primär über einzelne gewendelte Stufen in einer Ecke erfolgt, sondern über einen durchgehenden Bogen. Im Unterschied zu Wendeltreppen und Spindeltreppen liegt bei Bogentreppen nicht zwingend eine kreisförmige Führung um eine Mittelachse oder eine zentrale Spindel vor.