Geometrie eines Fusswalmdachs
Ein Fusswalmdach kombiniert die Grundform eines geneigten Dachs mit einer teilweisen Abwalmung an der Giebelseite. Charakteristisch ist, dass die Schräge nicht den oberen, sondern den unteren Giebelbereich aufnimmt. Dadurch verändert sich der Dachabschluss am Fuss des Giebels, während oberhalb weiterhin eine Giebelfläche vorhanden ist. Für Planung und Ausführung sind die Übergänge zwischen Hauptdachfläche, Giebel und Walmfläche konstruktiv sauber zu lösen.
Typische Einsatzsituationen bei Wohn- und Zweckbauten
Fusswalmdächer werden dort eingesetzt, wo eine geneigte Dachform mit sichtbarem Giebel gewünscht ist, der Dachrand im unteren Bereich aber anders ausgebildet werden soll als beim klassischen Satteldach. Das kann bei Neubauten, Umbauten oder der Anpassung an bestehende Bauformen relevant sein. Je nach Gebäudeproportion beeinflusst die Form die Fassadenansicht, die Dachüberstände und die nutzbare Geometrie im oberen Geschoss. Auch bei regional geprägten Bauweisen kann diese Dachform architektonisch passend sein.
Planung, Neigung und Ausführungsdetails
Bei Fusswalmdächern sind Dachneigung, Proportion der Walmfläche und Anschlussdetails aufeinander abzustimmen. Die Form kann symmetrisch oder je nach Gebäudegeometrie differenziert ausgebildet werden. Entscheidend sind die Linienführung an Traufe und Ortgang sowie die Ausbildung der Übergänge, damit Eindeckung, Unterkonstruktion und Entwässerung schlüssig zusammenwirken. Welche Deckmaterialien geeignet sind, hängt wie bei anderen geneigten Dächern von Dachform, Neigung und Systemaufbau ab.
Abgrenzung zu Sattel-, Walm- und Krüppelwalmdach
Vom Satteldach unterscheidet sich das Fusswalmdach durch die abgeschrägte Ausbildung im unteren Giebelbereich; beim Satteldach bleibt die Giebelseite vollständig erhalten. Gegenüber dem Walmdach bleibt der Giebel beim Fusswalmdach teilweise sichtbar, statt vollständig durch Dachflächen ersetzt zu werden. Vom Krüppelwalmdach grenzt es sich durch die Lage der Abwalmung ab: Dort betrifft sie den oberen Giebelbereich, hier den unteren. Gauben wie Doppelgauben, Schleppgauben oder Fledermausgauben sind dagegen keine eigenständigen Dachformen dieses Typs, sondern zusätzliche Aufbauten auf einer Dachfläche.