Konstruktion, Abdichtung und Entwässerung
Ein Flachdach besteht in der Regel aus einer tragenden Konstruktion, Dämmung, Abdichtung sowie Schutz- oder Nutzschichten. Trotz der Bezeichnung ist es meist nicht vollständig eben, sondern mit geringem Gefälle ausgebildet, damit Wasser zu Abläufen oder Rinnen geführt wird. Im Unterschied zu geneigten Dächern erfolgt der Wetterschutz nicht über schnell ablaufendes Wasser entlang steiler Dachflächen, sondern vor allem über einen sorgfältig abgestimmten Dachaufbau.
Typische Einsatzbereiche im Hochbau
Flachdächer finden sich bei Wohn-, Verwaltungs-, Gewerbe- und Industriebauten sowie bei Anbauten, Garagen und Attikageschossen. Die Dachform eignet sich dort, wo eine kompakte Gebäudehöhe, ein ruhiger Baukörper oder eine technisch oder funktional nutzbare Dachfläche vorgesehen ist. Je nach Projekt kann die Dachfläche ungenutzt bleiben oder etwa für Haustechnik, Begrünung oder begehbare Bereiche ausgelegt werden.
Aufbauvarianten und Nutzungsformen
Bei Flachdächern werden verschiedene Konstruktionsarten unterschieden, etwa Warmdach, Umkehrdach oder belüftete Aufbauten. Daneben gibt es Unterschiede nach Nutzung und Oberflächenausbildung, zum Beispiel nicht begehbare, begehbare oder begrünte Flachdächer. Welche Variante passend ist, hängt von Tragwerk, bauphysikalischem Konzept, Beanspruchung und dem vorgesehenen Dachausbau ab.
Abgrenzung zu anderen Dacharten
In der Hierarchie der Dacharten beschreibt das Flachdach in erster Linie die Dachgeometrie. Es unterscheidet sich von Pult-, Sattel-, Walm- oder Mansarddächern durch die geringe Neigung und das Fehlen einer ausgeprägten Dachform mit steilen Dachflächen oder First. Begriffe wie Dachterrasse oder Gründach bezeichnen dagegen keine eigene Dachart, sondern eine Nutzung oder Ausführung, die auf einem Flachdach möglich sein kann.