Fügeprozesse und ihre technischen Anforderungen
Zur Verbindungstechnik gehören alle Verfahren, mit denen einzelne Teile dauerhaft oder lösbar zusammengefügt werden. Dazu zählen kraftschlüssige, formschlüssige und stoffschlüssige Verbindungen, etwa durch Schrauben, Nieten, Pressen, Löten oder Schweissen. Für die Auslegung sind unter anderem Werkstoffpaarung, Bauteilgeometrie, Zugänglichkeit, Anzugswerte, Wiederholgenauigkeit und Dokumentationsbedarf relevant. In der Montagepraxis geht es deshalb nicht nur um das Verbindungselement selbst, sondern immer auch um das passende Werkzeug oder die passende Einrichtung für einen kontrollierten Fügeprozess.
Einsatz in Montagebereichen der Intralogistik
Verbindungstechnik wird in Montagebereichen eingesetzt, in denen Komponenten für Lager- und Materialflusssysteme aufgebaut, angepasst oder instand gesetzt werden. Typische Anwendungsfelder sind der Zusammenbau von Rahmen, Halterungen, Gehäusen, Fördertechnik-Komponenten, Arbeitsmitteln oder technischen Einbauten. Auch bei Reparatur- und Umbauarbeiten in bestehenden Anlagen werden geeignete Fügewerkzeuge und Verbindungselemente benötigt. Je nach Umgebung stehen dabei schnelle Taktfolgen, wiederkehrende Montageabläufe oder flexible Einzelmontagen im Vordergrund.
Unterbereiche von Schraubtechnik bis Pressen und Schweissen
Innerhalb der Verbindungstechnik gibt es unterschiedliche Teilbereiche mit klar verschiedenen Einsatzprofilen. Druckluftschrauber und Elektroschrauber dienen dem kontrollierten Verschrauben, während Schraubautomaten und Nietautomaten wiederkehrende Abläufe stärker standardisieren. Handhebelpressen, Drucklufttischpressen und hydraulische Tischpressen werden verwendet, wenn Teile eingepresst, umgeformt oder mit definierter Kraft verbunden werden sollen. Löteinrichtungen und Schweisseinrichtungen kommen für stoffschlüssige Verbindungen zum Einsatz. Mechanische Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern, Niete oder Einpresskomponenten bilden dabei die Grundlage vieler Montageprozesse.
Abgrenzung zu Arbeitsplätzen, Automaten, Sicherheit und Zubehör
In der Hierarchie gehört Verbindungstechnik zur Leistung Montage, weil hier das eigentliche Fügen von Bauteilen im Mittelpunkt steht. Arbeitsplätze und Systeme betreffen dagegen die Gestaltung des Montageumfelds, etwa Tische, Zuführungen oder ergonomische Anordnungen. Die Geschwisterleistung Automaten umfasst allgemein automatisierte Einheiten und Anlagen; spezielle Schraubautomaten oder Nietautomaten werden jedoch der Verbindungstechnik zugeordnet, weil ihre Hauptfunktion das Fügen ist. Sicherheit behandelt Schutzfunktionen und Schutztechnik rund um den Montageprozess, während Zubehör ergänzende Hilfsmittel umfasst und nicht den Fügeprozess selbst.