Was Visionsysteme in der Intralogistik erfassen
Ein Visionsystem nimmt Bilder oder Bildfolgen auf und verarbeitet diese für einen definierten technischen Zweck. Je nach Auslegung werden beispielsweise Konturen, Kanten, Abstände, Anwesenheit, Oberflächenmerkmale, Ausrichtung oder Kennzeichnungen ausgewertet. Die Ergebnisse fliessen in Maschinensteuerungen, Robotik, Sortierprozesse oder Prüfabläufe ein. Im Unterschied zu einfachen Sensoren liefern Visionsysteme nicht nur ein einzelnes Schaltsignal, sondern strukturierte Bildinformationen oder daraus abgeleitete Merkmale.
Typische Anwendungen entlang von Förder- und Lagerprozessen
In Förderstrecken werden Visionsysteme zur Objekterkennung, Lagebestimmung und Vollständigkeitsprüfung eingesetzt. In Kommissionier- und Handhabungsprozessen unterstützen sie das Greifen, Vereinzeln oder Zuordnen von Packstücken. Auch bei der Prüfung von Etiketten, Verpackungen, Behältern oder Ladungsträgern werden bildbasierte Systeme genutzt, sofern Form, Zustand oder Position relevant sind. In automatisierten Lagern können sie zudem Übergabepunkte, Einlagerprozesse oder Ausschleusungen überwachen.
Technische Ausprägungen und Systembestandteile
Visionsysteme werden als 2D- oder 3D-Lösungen, als zeilen- oder flächenbasierte Systeme sowie als fest installierte oder bewegte Kameraeinheiten ausgeführt. Die Eignung hängt unter anderem von Objektgeschwindigkeit, Arbeitsabstand, Lichtverhältnissen, geforderter Auflösung und Taktung ab. Zum System gehören typischerweise Kamera, Optik, Beleuchtung, Triggerung, Recheneinheit und Anbindung an SPS, Robotik oder Leitsysteme. Die Beleuchtung ist dabei kein Nebenaspekt, sondern prägt Kontrast, Erkennungsqualität und Reproduzierbarkeit der Aufnahme.
Abgrenzung zu Bilderkennung, Identifikation und Lageerkennung
Innerhalb der Sensorik ist "Visionsysteme" der übergeordnete Begriff für bildgebende Erfassungslösungen. Bilderkennungssysteme beziehen sich enger auf die algorithmische Auswertung von Bildinhalten, etwa zur Klassifikation oder Merkmalserkennung. Identifikationssysteme fokussieren auf das Lesen und Zuordnen von Codes, Markierungen oder anderen Identifikatoren, während Lageerkennungssysteme speziell Position und Orientierung eines Objekts bestimmen. Visionsysteme können diese Funktionen enthalten, sind aber nicht darauf beschränkt.