Wie Identifikationssysteme in der Logistik aufgebaut sind
Ein Identifikationssystem besteht aus einer Kennung, einem Kennzeichnungsträger und der Zuordnung im führenden System. Die Kennung kann sich auf einzelne Artikel, Versandeinheiten, Mehrwegbehälter, Ladungsträger oder Lagerorte beziehen. Der Kennzeichnungsträger macht diese Information physisch nutzbar, etwa über Codes, Klarschrift oder elektronische Datenträger. Erst durch die eindeutige Verknüpfung mit Stammdaten, Bewegungsdaten oder Auftragsdaten entsteht ein belastbarer Identifikationsprozess.
Typische Einsatzpunkte zwischen Wareneingang und Versand
Im Wareneingang werden Lieferungen, Gebinde oder Serien eindeutig erfasst und dem Bestand zugeordnet. Im Lager dienen Identifikationssysteme zur Kennzeichnung von Stellplätzen, Behältern, Kommissioniereinheiten und innerbetrieblichen Transportobjekten. Im Versand unterstützen sie die Zuordnung von Sendungen, Packstücken und Verladeeinheiten zu Aufträgen oder Touren. Auch in Retourenprozessen, im Behälterkreislauf und bei der internen Nachverfolgung von Umlaufbeständen werden sie eingesetzt.
Varianten nach Objekt, Kennzeichnung und Prozesslogik
Identifikationssysteme unterscheiden sich danach, was identifiziert wird und wie dauerhaft die Kennzeichnung ausgelegt ist. Möglich sind Kennungen für Artikel, Chargen, Serien, Lagerorte, Transporteinheiten oder Betriebsmittel. Je nach Prozess kommen einmalige oder wiederverwendbare Kennzeichnungen zum Einsatz, etwa für Einwegverpackungen oder Mehrwegbehälter. Auch die Identifikationslogik variiert: Manche Systeme beziehen sich auf feste Objekte, andere auf variable Sendungs- oder Auftragsstrukturen.
Abgrenzung zu Auto-ID, Codierung und mobiler Datenerfassung
Identifikationssysteme beschreiben die fachliche Lösung zur eindeutigen Zuordnung von Objekt und Information. Auto-ID-Systeme befassen sich stärker mit der automatischen Erfassung dieser Kennungen, etwa beim Lesen ohne manuelle Eingabe. Barcode-, RFID- oder MDE-Lösungen sind technische Umsetzungsformen innerhalb eines Identifikationsprozesses, aber nicht mit dem gesamten Identifikationssystem gleichzusetzen. Etikettendruck-, Etikettier- und Codiersysteme erzeugen oder applizieren die Kennzeichnung, während Mobile Computing und mobile Datensysteme die Nutzung der Daten auf mobilen Geräten abbilden.