Funktion und Aufbau von Anschlagmitteln
Anschlagmittel dienen dazu, Lasten sicher an Haken, Ösen oder anderen Anschlagpunkten aufzunehmen. Sie werden direkt an der Last angebracht und übertragen die Zugkräfte während des Hebevorgangs. Entscheidend sind dabei die zulässige Belastung, die Anschlagart, der Neigungswinkel der Stränge sowie die Eignung für Form, Oberfläche und Empfindlichkeit der Last. Zur Ausführung gehören neben dem tragenden Mittel auch Verbindungselemente und Endbeschläge, sofern sie Teil des Anschlagsystems sind.
Einsatzbereiche beim Heben und Umsetzen von Lasten
Anschlagmittel werden überall dort eingesetzt, wo Güter mit Kranen oder anderen Hebeeinrichtungen aufgenommen, umgesetzt oder verladen werden. Typische Anwendungen sind das Be- und Entladen von Fahrzeugen, der innerbetriebliche Materialfluss, der Umschlag von Maschinenteilen, Paletten, Behältern oder Bauelementen sowie temporäre Hebevorgänge in Werkhallen, Depots und Umschlagbereichen. Je nach Lastgeometrie kommen einfache Anschlagarten, Umreifungen oder mehrsträngige Anschläge zum Einsatz.
Übliche Ausführungen und Auswahlkriterien
Verbreitet sind textile Anschlagmittel wie Hebebänder und Rundschlingen sowie kettenbasierte Anschlagmittel. Textile Ausführungen eignen sich vor allem für empfindliche Oberflächen und vergleichsweise schonendes Anschlagen, während Ketten bei rauen Bedingungen, scharfkantigen Lasten oder höheren mechanischen Beanspruchungen eingesetzt werden. Die passende Ausführung ergibt sich aus Lastgewicht, Schwerpunktlage, Temperatur, Feuchtigkeit, chemischer Einwirkung, Kantenbelastung und der benötigten Nutzlänge. Auch ein- oder mehrsträngige Systeme sowie Schutz- und Verkürzungselemente können relevant sein.
Abgrenzung zu anderen Lastaufnahmemitteln
Anschlagmittel unterscheiden sich von Greifern, Vakuumgeräten oder Lasthebemagneten dadurch, dass sie die Last nicht aktiv greifen oder ansaugen, sondern über Anschlagpunkte oder Umschlingung anbinden. Traversen dienen primär der Lastverteilung und werden häufig mit Anschlagmitteln kombiniert, ersetzen diese aber nicht in jedem Fall. Lasthaken und Unterflaschen gehören zur Hubeinrichtung beziehungsweise zur Aufnahme am Hebezeug. Zurrgurten sind für die Ladungssicherung während des Transports bestimmt und nicht mit Anschlagmitteln zum Heben gleichzusetzen. In dieser Hierarchie werden Drahtseile separat geführt, auch wenn sie technisch in bestimmten Zusammenhängen als Anschlagmittel verwendet werden können.