Was unter Möbellacken verstanden wird
Möbellacke umfassen Lacke für sichtbare und beanspruchte Oberflächen von Möbeln, Fronten, Korpusteilen, Tischplatten, Regalen oder Innenausbauten mit möbelähnlichem Charakter. Je nach System dienen sie als Grundierung, Füller, Zwischen- oder Decklack. Relevant sind unter anderem Verlauf, Schleifbarkeit, Haftung auf dem jeweiligen Untergrund, Oberflächenbild und Beständigkeit gegen übliche Beanspruchungen im Innenbereich.
Typische Einsatzbereiche im Möbel- und Innenausbau
Verwendet werden Möbellacke in der industriellen Serienfertigung, in Schreinereien sowie bei der Veredelung von MDF, Massivholz, Furnier und beschichtbaren Holzwerkstoffen. Häufige Anwendungen sind Küchen- und Badmöbel, Wohnmöbel, Ladenbau, Objektmöbel, Türen im Innenbereich sowie dekorative Plattenelemente. Die Wahl des Lacks richtet sich nach Untergrund, gewünschter Optik, Bearbeitungsprozess und späterer Nutzung der Oberfläche.
Ausprägungen nach Bindemittel, Optik und Prozess
Möbellacke können auf unterschiedlichen Lacktechnologien basieren, etwa als Wasserlacke, Polyurethanlacke, Polyesterlacke, säurehärtende Lacke oder weitere Systeme je nach Verarbeitungs- und Oberflächenanforderung. Sie sind in verschiedenen Glanzgraden und Farbtönen erhältlich, von transparent bis deckend. Fachlich relevant sind zudem füllende oder nicht füllende Systeme, offen- oder geschlossenporige Aufbauten sowie die Eignung für Spritz-, Giess-, Walz- oder andere industrielle Beschichtungsverfahren.
Abgrenzung innerhalb der Kategorie Lacke
Innerhalb der Hierarchie unter Lacke sind Möbellacke eine anwendungsbezogene Unterkategorie. Geschwisterleistungen wie Acrylatlacke, Alkydharzlacke, Polyurethanlacke oder Wasserlacke ordnen Lacke nach chemischem System oder Bindemittel ein, während Möbellacke den Einsatz auf Möbeloberflächen beschreiben. Von Fensterlacken unterscheiden sie sich durch den Fokus auf Innenanwendungen und möbeltypische Oberflächenanforderungen; von Lackrohstoffen und Lackzusätzen dadurch, dass es sich um verarbeitbare Beschichtungssysteme und nicht um Formulierungsbestandteile handelt.