Wie Schindelfassaden aufgebaut sind
Eine Schindelfassade besteht aus vielen einzelnen Schindeln, die in Reihen mit Überdeckung auf einer geeigneten Unterlage befestigt werden. Die Bekleidung leitet Niederschlag über die Überlappungen nach aussen ab und reagiert auf Feuchte und Temperatur über das Materialverhalten des Holzes. Für die Funktion der Fassade sind die richtige Einteilung, die Befestigungsart, Randabschlüsse sowie sauber ausgebildete Details bei Ecken, Sockeln, Fenstern und Übergängen entscheidend.
Typische Anwendungen an der Gebäudehülle
Schindeln werden an Fassaden eingesetzt, wenn eine kleinteilige, strukturierte und handwerklich geprägte Oberfläche gewünscht ist. Sie kommen bei Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Bauten, Anbauten oder Sanierungen vor und eignen sich besonders dort, wo sich die Fassadenbekleidung gut an unterschiedliche Geometrien anpassen muss. Auch bei kleinen Flächen, Giebeln, Gauben oder unregelmässigen Gebäudeformen lassen sich Schindeln präzise ausbilden.
Ausführungsarten und gestalterische Merkmale
Schindeln unterscheiden sich unter anderem nach Form, Sichtmass, Deckungsart, Oberflächenbild und Holzart. Je nach Ausführung entsteht ein ruhiges, regelmässiges Fassadenbild oder eine lebendige Struktur mit stärkerem handwerklichem Charakter. Auch die Verlegerichtung, die Ausbildung von Reihen und die Art der Ecklösung beeinflussen die Wirkung der Fassade deutlich. Im Bestand spielt zudem die Reparaturfähigkeit einzelner Bereiche eine praktische Rolle.
Abgrenzung zu anderen Fassadensystemen
Schindeln sind von Schalungen zu unterscheiden: Schalungen arbeiten mit längeren Brettern oder Profilen, während Schindeln aus vielen kleinen, überdeckten Einzelelementen bestehen. Gegenüber Plattenfassaden wie Swisspearl- oder Vollkernlösungen entsteht eine stärker gegliederte Oberfläche mit anderen Detailpunkten an Anschlüssen und Kanten. Zur Geschwisterleistung «Hinterlüftete» besteht ein anderer Bezug: Hinterlüftung beschreibt den Fassadenaufbau, Schindeln die Bekleidungsart. In der Praxis werden Schindelfassaden häufig als hinterlüftete Konstruktion ausgeführt, während Wärmedämmverbundsysteme einem grundlegend anderen Schichtenaufbau folgen.