Aufbau hinterlüfteter Fassadenkonstruktionen
Eine hinterlüftete Fassade besteht in der Regel aus dem tragenden Untergrund, einer Dämmschicht, der Unterkonstruktion, dem Hinterlüftungsraum und der äusseren Bekleidung. Die Bekleidung schützt vor direkter Witterung, während die Luftschicht dahinter Feuchtigkeit abführt, die durch Schlagregen, Baufeuchte oder Diffusion entstehen kann. Entscheidend ist, dass Luft im Fassadenaufbau zirkulieren kann und die einzelnen Schichten konstruktiv sauber getrennt sind.
Typische Einsatzbereiche im Holzbau und in der Sanierung
Hinterlüftete Fassaden werden im Holzbau sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen eingesetzt. Sie eignen sich für Gebäude, bei denen eine klar definierte Bekleidungsebene mit separater Dämmung gewünscht ist, etwa bei Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Bauten. In der Sanierung ist das System besonders dann naheliegend, wenn bestehende Fassaden erneuert, Unebenheiten ausgeglichen oder neue Dämmaufbauten mit einer eigenständigen Aussenbekleidung kombiniert werden sollen.
Bekleidungen und konstruktive Ausprägungen
Die Leistung "Hinterlüftete" beschreibt das Fassadenprinzip und nicht ein bestimmtes Oberflächenmaterial. Als Bekleidung kommen unter anderem Holzschalungen, Schindeln, Faserzementplatten oder Vollkernplatten in Frage. Auch die Unterkonstruktion kann je nach Gebäude, Bekleidungsart und Befestigungslösung unterschiedlich ausgebildet sein. Materialseiten wie "Schalungen", "Schindeln" oder "Platten, Swisspearl und Vollkern" behandeln deshalb vor allem die sichtbare Bekleidung, während bei hinterlüfteten Fassaden der gesamte Schichtenaufbau im Vordergrund steht.
Abgrenzung zu Wärmedämmverbundsystemen und Kompaktfassaden
Im Unterschied zu Wärmedämmverbundsystemen haben hinterlüftete Fassaden keine direkt auf der Dämmung aufgebaute Putzschicht, sondern eine getrennte Bekleidung mit Luftzwischenraum. Gegenüber Kompaktfassaden ist der Aufbau also nicht geschlossen, sondern konstruktiv entlüftet. Von "Massivholz" unterscheidet sich die Leistung dadurch, dass nicht das Wandmaterial oder die Holzart beschrieben wird, sondern das Fassadensystem. Innerhalb der Hierarchie "Fassaden" steht "Hinterlüftete" damit für ein konstruktives Prinzip, das mit verschiedenen Bekleidungen umgesetzt werden kann.