Konstruktiver Aufbau von Lukarnen
Eine Lukarne besteht aus einem in die Dachkonstruktion eingebundenen Aufbau mit Stirnseite, seitlichen Wangen und eigener Überdachung oder eigenem oberen Abschluss. Für den Einbau werden bestehende Sparrenlagen oder andere tragende Elemente angepasst und die Lasten in die vorhandene Dachkonstruktion zurückgeführt. Zusätzlich sind Anschlüsse für Unterdach, Dämmung, Luftdichtheit, Bekleidung und äussere Eindeckung so auszuführen, dass der Übergang zwischen Hauptdach und Aufbau dauerhaft funktioniert.
Typische Einsatzbereiche im Dachraum
Lukarnen werden vor allem dort eingesetzt, wo im geneigten Dach nutzbare Raumhöhe an der Fassade fehlt. Das betrifft ausgebaute Dachgeschosse, Umbauten im Bestand sowie Wohnraumerweiterungen unter dem Dach. Durch den Vorbau entstehen an einzelnen Stellen bessere Stellflächen, ein direkterer Lichteinfall und oft eine klarere Nutzbarkeit für Räume wie Schlafzimmer, Arbeitszimmer oder Nasszellen im Dachgeschoss.
Abmessungen, Form und Einbindung ins bestehende Dach
Breite, Höhe und Dachform der Lukarne richten sich nach der bestehenden Dachgeometrie, der Fassadengliederung und den gewünschten Öffnungen. Kleine Einzelaufbauten und breitere Lösungen stellen unterschiedliche Anforderungen an Tragwerk, Fensteranordnung und Aussenansicht. Ebenso ist zu klären, wie die neue Eindeckung, Spenglerarbeiten und Fassadenbekleidungen an das vorhandene Dachmaterial und an die Entwässerung angeschlossen werden.
Abgrenzung innerhalb der Dachaufbauten
Innerhalb der Dachaufbauten bezeichnet Lukarnen die allgemeine Kategorie von aus der Dachfläche tretenden Fensteraufbauten. Davon zu unterscheiden sind Dachfenster, die in der geneigten Dachfläche liegen, sowie Dachausstiege, deren Funktion in erster Linie der Erschliessung des Dachs dient. Dachterrassen und ganze Geschosse verändern das Dachvolumen umfassender, während Bezeichnungen wie Schlepper oder Türme speziellere Aufbautypen mit eigener Formensprache beschreiben.