Was unter ganzen Geschossen im Dachaufbau verstanden wird
Ein ganzes Geschoss im Bereich Dachaufbau bezeichnet einen Aufbau, der als eigenständige Ebene über dem bestehenden Gebäude ausgebildet wird. Dazu gehören tragende Wände oder Rahmen, Deckenanschlüsse, Dachkonstruktion sowie die konstruktive Ableitung der Lasten in den Bestand. Je nach Gebäude kann der Aufbau über die gesamte Grundfläche oder über einen grossen zusammenhängenden Teil davon geführt werden.
Typische Anwendungsfälle für zusätzliche Geschosse
Ganze Geschosse werden eingesetzt, wenn bestehende Gebäude um Nutzfläche erweitert werden sollen, ohne die bebaute Fläche am Boden zu vergrössern. Das betrifft Wohnbauten, Verwaltungsgebäude oder kleinere Gewerbebauten mit Ausbaupotenzial nach oben. Im Bestand ist dabei die Abstimmung mit Tragwerk, Gebäudehülle, Brandschutz, Schallschutz und den örtlichen Vorgaben besonders relevant.
Konstruktive Ausprägungen in der Zimmerei
Im Holzbau werden ganze Geschosse häufig als Rahmen- oder Elementkonstruktionen umgesetzt. Möglich sind zurückgesetzte Aufbauten, bündige Erweiterungen über der bestehenden Aussenwand oder Lösungen mit eigener Dachform. Der Grad der Vorfertigung kann variieren: von konventionell aufgerichteten Bauteilen bis zu weitgehend vorgefertigten Wand-, Decken- und Dachelementen. Welche Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem von Gebäudegeometrie, Erschliessung, Montagebedingungen und dem Bestand ab.
Abgrenzung zu Lukarnen, Schleppern und anderen Dachaufbauten
Ganze Geschosse unterscheiden sich von Dachfenstern, Dachausstiegen und Dachterrassen dadurch, dass sie keine punktuellen Öffnungen oder Nutzungsflächen im Dach sind, sondern ein zusammenhängendes zusätzliches Geschoss bilden. Auch gegenüber Lukarnen und Schleppern ist die Abgrenzung klar: Diese erweitern einzelne Dachbereiche, während ganze Geschosse die Dachzone auf Geschossebene neu ausbilden. Garagenaufbauten betreffen in der Regel eigenständige Nebengebäude, nicht die Aufstockung eines Hauptbaukörpers.